26.01.2018 - 14:56 Uhr
FlossSport

Schiedsrichter suchen Nachwuchs: "Früher war es viel schlimmer"

Und immer ist der Schiri schuld. Für Fußball-Fans sind Unparteiische nicht selten die Buhmänner. Nun sucht die Schiedsrichtergruppe Weiden Nachwuchs. Wer tut sich so was denn freiwillig an? Ein Interview mit Obmann Willi Hirsch.

Auch bei der Nachwuchswerbung bleibt Willi Hirsch am Ball. Bild: gsb
von Redaktion OnetzProfil

Floß/Weiden. Anfang Februar bildet die Schiedsrichtergruppe Weiden in einem Lehrgang Unparteiische aus. Die Frauen und Männer an der Pfeife müssen so manche Kritik einstecken und sich teils handgreiflicher Anfeindungen erwehren. Obmann Hirsch aus Floß erklärt, wie die Kandidaten an die heikle Tätigkeit herangeführt werden und wie sich das Bild des Schiedsrichters in der Öffentlichkeit verändert hat.

Herr Hirsch, zuletzt haben Sie sich geärgert, dass sich so Wenige für die Lehrgänge der Gruppe Weiden melden. Wie viele Kandidaten gibt es denn aktuell?

Aktuell sind es sechs. Das Alter liegt zwischen 18 und 35 Jahren. Wir hoffen aber, dass sich bis zum Start des Lehrgangs noch ein paar mehr anmelden. Wir werden die Werbetrommel noch einmal kräftig rühren.

Warum setzt man junge Menschen dem Stress und der teils deftige Kritik aus, die auf Schiedsrichter einprasselt?

Sicher, es gibt Einzelfälle, in denen Schiedsrichter angepöbelt werden. Man muss sich eben durchsetzen können. Ist ein Schiedsrichter regelsicher und stabil, dann kann ihm fast nichts passieren. Den Spielern muss klar sein, wo die Grenze ist.

Wie kann man den angehenden Schiedsrichtern in Sachen "psychologische Stabilität" helfen?

Indem man fortlaufend Schulungen mit ihnen macht und sie ruhig und sachlich vorbereitet. Außerdem sind bei den ersten Spielen eines neuen Schiedsrichters immer erfahrene Betreuer dabei. Die bewerten nach dem Spiel, was gut und was schlecht war. So werden die Schiedsrichter geschützt, und sie bekommen eine Rückmeldung. Es kann aber nicht jeder in der Bundesliga pfeifen.

Viele Ihrer Kandidaten träumen sicher von einer Karriere als Profi-Schiedsrichter ...

Der Aufstieg ist leichter geworden. Lange Zeit war es so, dass man pro Jahr eine Spielklasse aufsteigen konnte. Mittlerweile können talentierte Schiedsrichter auch Klassen überspringen.

Hat sich das Image des Schiedsrichters im Amateurbereich in den letzten Jahren nach Ihrem Eindruck verschlechtert?

Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Früher war es viel schlimmer. Da wurden die Schiedsrichter mit ihrem Schicksal allein gelassen. Heute sprechen wir regelmäßig mit den Vereinen, wenn es Probleme gibt. Die Autorität auf dem Platz ist dadurch gestärkt worden.

 

 

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