17.04.2018 - 16:00 Uhr
FlossOberpfalz

Blick in die Chronik der Feuerwehr Floß Wer nicht übt, wird bestraft

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Feuerwehr blickt heuer stolz auf das 150-jährige Bestehen zurück. Damit ist sie neben der Königlich privilegierten Schützengesellschaft 1834, dem Liederkranz 1862 und dem Ländlichen Burschenverein der viertälteste Verein im Flosser Amt.

Die Feuerwehr ist stolz auf ihr Domizil am Floriansplatz. Heuer feiert der Verein 150-jähriges Bestehen. Bild: le
von Fred LehnerProfil

Kommandant Hubert Witzl hat die Geschichte der Wehr bereits in einem Buch aufgearbeitet. Wer in der Chronik blättert, erfährt, wie es zur Gründung der Feuerwehr am 5. Oktober 1868 kam. Es waren heimatverbundene Flosser, die sich ein Herz fassten. Den Anstoß gab die Feuerwehr aus Weiden nach einer Vorführung am alten Pflegschloss. Es folgte ein Aufruf des Zimmermanns Johann Höchtl und Lederhändlers Johann Nordgauer, der Marktvorstand war. In wenigen Tagen waren 64 Flosser bereit mitzumachen.

Freiwilliger Dienst Pflicht

Die erste Ausrüstung finanzierte die junge Wehr durch Spenden. Der erste Brand, zu dem die Flosser Feuerwehr ausrückte, war 1869 in Edeldorf. Weitere Einsätze folgten in Schnepfenhof, Altenstadt und 1870 in Kühbach, wozu auch die Wehren aus Weiden, Neustadt, Vohenstrauß und Wilchenreuth dazustießen. Durch die vielen Einsätze der Wehr gab es schließlich Diskussionen, ob Geldgeschenke von Brandleidern an die Feuerwehr abgeführt oder diese von den Wehrmännern "vertrunken" werden dürften.

Der Beitritt zur Feuerwehr kostete damals immerhin fünf Goldmark. Bereits im Dezember 1871 schaffte die Wehr die erste Handdruckspritze an. Für jeden Feuerwehrmann war es eine Verpflichtung, den "freiwilligen Dienst" zu leisten. Unentschuldigtes Fernbleiben von Übungen wurde sogar bestraft. Nach dem Großbrand 1813, der Floß in Schutt und Asche legte, kam es 1878 zu einem weiteren Brand: neun Häuser und zwölf Städel wurden vernichtete. Der Brand breitete sich im Ortsteil "Wieden", der heutigen Flossenbürger und Schönbrunner Straße aus. Es dauerte Tage, bis er gelöscht war.

Im Krieg ruht alles

Im gleichen Jahr schaffte der Verein die Vereinsfahne für 164,55 Mark an. Sie hat heute einen Ehrenplatz im neuen Feuerwehrhaus. Den Verantwortlichen war stets daran gelegen, die Ausrüstungen auf den neuesten Stand zu halten. Unter dem damaligen Bürgermeister Gottlieb Reinhardt wurde die erste Motorspritze mit einer Leistung von 600 Liter in der Minute angeschafft. Nur Josef Bieber, Willi Zintl und Josef Spickenreuther durften sie bedienen.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Flosser Wehr bei den Bombenangriffen in Nürnberg eingesetzt. Vereinstätigkeit und Einsätze ruhten. Im Mai 1949 kam es zur Neugründung. Auch ein Feuerwehrzweckverband, der sich aus dem Markt und den damaligen sechs Flosser Landgemeinden zusammensetzte, trat unter Bürgermeister Josef Lehner, später Ehrenmitglied, zusammen. Die Vereinsfahne von 1878 hatte das Ehrenmitglied Johann Schnappauf im Krieg verwahrt. Sie wurde nach 1949 feierlich wieder eingeholt.

Die Zeit blieb bei der Feuerwehr nie stehen. Viele Feste, darunter das 100. und 125. Jubiläum, die Weihe der neuen Vereinsfahne, die Übernahme moderner Löschfahrzeuge und die Segnung des Feuerwehrhauses 1988 unter Bürgermeister Fred Lehner sind nur einige herausragende Ereignisse. Patenschaften gibt es mit den Feuerwehren Schönkirch (seit 1874), Flossenbürg (1877) und Fischbach bei Nürnberg (seit 1976).

Das Festprogramm

150 Jahre Feuerwehr feiert der Verein diesen Freitag, 20. April, um 18 Uhr mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Kirche St. Johannes der Täufer. Der Kirchenzug gruppiert sich gegen 17.35 Uhr am früheren Gasthaus Pemsl in der Flossenbürger Straße.

Teilnehmende Vereine bringen ihre Fahne oder Standarte mit. Um 19.30 Uhr beginnt im Fred-Lehner-Saal der Mehrzweckhalle der Festkommers mit einer Rückschau durch Hubert Witzl, der Vorstellung der seit 40 Jahren existierenden Jugendgruppe durch Jugendwart Florian Witzl, dem Bericht über die aktive Wehr durch Kommandanten Felix Müller und den Grußworten der Schirmherrn, Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Günter Stich. Nach dem offiziellen Teil lädt die Wehr zum Beisammensein ein.

Vom 8. bis 10. Juni geht dann richtig die Post ab. Freitag, 8. Juni, ist in der Mehrzweckhalle Party mit der Band "Highline", Samstag, 9. Juni, von 9 bis 18 Uhr Fahrzeugschau mit Jugendwettbewerb, Sonntag, 10. Juni, um 14 Uhr ein großer Festzug durch den Markt. (le)

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