10.04.2018 - 20:00 Uhr
FlossOberpfalz

Feierstunde in der Flosser Synagoge zur Woche der Brüderlichkeit Entschieden gegen Rassismus

"Angst überwinden - Brücken bauen" - unter diesem Thema steht die Feierstunde in der Synagoge zur Woche der Brüderlichkeit. Die Besucher sind tief beeindruckt.

Eindrucksvolle Gebete sprechen Pfarrer Wilfried Römischer, Roman Djanatliev und Pfarrer Max Früchtl bei der Feier zur Woche der Brüderlichkeit in der Flosser Synagoge.
von Fred LehnerProfil

Zugleich feierten die Gäste das 30-jährige Bestehen des Veranstalters, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Weiden. Deren Vorsitzende, Monika Ilg, und Pfarrer Alfons Forster für die katholische Kirche hatten sich viel Mühe mit der Vorbereitung der Feierstunde gemacht. Bei der Suche nach der passenden Musik stieß Ilg auf den Flosser evangelischen Pfarrer Wilfried Römischer. Er trat zum ersten Mal mit Andreas Kunz (Keyboard) und Willibald Wirth (Violine) auf. Das Trio begeisterte mit klassischer Klezmermusik und Gesang.

Römischer und der katholische Pfarrer Max Früchtl nahmen zum ersten Mal an dieser Feierstunde teil. Ebenfalls erstmals in Floß zu Gast war der jüdische Lehrer German Djanatliev aus Nürnberg. Ilg als Vertreterin der Weidener Gesellschaft kritisierte in ihrer Begrüßung, dass in immer mehr Ländern machthungrige Populisten Ängste vor allem Fremden schürten. "An so vielen Orten wird die Wahrheit als Lüge dargestellt. Frieden, Hilfsbereitschaft, Mitmenschlichkeit und Toleranz waren lange nicht mehr so rar wie zurzeit. "Umso wichtiger ist es, dass wir nie die schrecklichen Folgen von Rassismus, Antisemitismus und Machtmissbrauch vergessen und uns ganz deutlich und entschieden gegen solche Tendenzen wenden." Dazu gehöre, dass wir uns für Fremdes und für Fremde, für Anderssein und Unterschiedliches interessierten, dafür offen seien und uns gegenseitig kennenlernen und anerkennen würden. "Dabei werden wir lernen, dass die Fremden, die Flüchtlinge, die Juden, die Muslime aus einzelnen Menschen mit eigenen Lebensgeschichten, Erfahrungen, Hoffnungen und Ängsten bestehen. Daher müssen wir Angst überwinden - Brücken bauen", sagte Ilg.

Djanatliev rief in seinem Gebet den ewigen Gott und den Gott der Barmherzigkeit an, "weil er der Friede ist". "Mögen wir die Vision haben, dass jeder von uns, auf seine Weise helfen kann, den Frieden zu realisieren. Statt Vorurteil und Hass möge Anerkennung und Liebe aufblühen. Wo Tyrannei und Unterdrückung regieren, möge Freiheit und Gerechtigkeit siegen. Wir müssen weiter gemeinsam Mut und Bereitschaft zur Stärkung des Friedens zeigen" , bat der jüdische Vertreter.

Nach dem Psalmgebet von Pfarrer Früchtl sangen die Besucher "Hevenu schalom alejchem" ("wir wünschen Frieden euch allen, Frieden in aller Welt") - ein israelisches Volkslied. Bürgermeister Günter Stich wies die Besucher auf den seit Herbst vergangenen Jahres eingerichteten musealen Bereich auf der Frauenempore hin, den sich viele Gäste nach der Feierstunde ansahen.

Die würdige Gestaltung der Feierstunde endete mit dem gemeinsam gesungenen und vom Musiktrio begleiteten "Schalom chaverim".

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