29.03.2018 - 15:46 Uhr
Floß

Hubert Witzl stellt sein Buch "150 Jahre Feuerwehr Floß" vor Geschichte und Geschichten

18 Monate Vorbereitung investiert der ehemalige Feuerwehrkommandant Hubert Witzl in sein Buch "150 Jahre Feuerwehr Floß". Sein größter Fundus ist das erste Protokollbuch des Vereins. "Einer für alle, alle für einen" haben es die Gründungsväter 1868 betitelt. Mutter Anni hilft ihrem Sohn des Öfteren, die Einträge in deutscher Schrift zu entziffern.

Hubert Witzl stellt sein Werk "150 Jahre Feuerwehr Floß" vor. Mutter Anni Witzl (Mitte), die ihm immer beim Lesen der alten Protokollbücher half, und dritte Bürgermeisterin Rita Rosner (rechts) nutzen die Gelegenheit, das Werk gleich signieren zu lassen. Bild: mef
von Autor MEFProfil

"Der erste Brand, zu dem die damals neue Feuerwehr Floß eilte, war 1869 in Edeldorf." Mit diesen Worten begrüßte Witzl die Gäste, die zur Buchvorstellung ins Gerätehaus gekommen waren. Witzl will die Geschichte der Wehr der Bevölkerung und vor allem der Jugend nahebringen. Er ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann und hat alle Stationen bis hin zum Kommandanten durchlaufen. Die Einsätze, das dabei Erlebte und die sechs Wertesäulen im Feuerwehrdienst, Innovation, Sicherheit, Zusammenarbeit, Leistung, Mut und Integrität, seien seine Beweggründe für dieses Buch gewesen.

Über 18 Monate lang sammelte der Autor Informationen. "Das bedeutete viel anstrengende Recherchearbeit in verschiedenen Archiven und in den alten Unterlagen", verriet der Autor. Er beschreibt in seinem Buch, wie es zur damaligen Vereinsgründung kam und gibt einen interessanten Einblick in das Leben der Feuerwehrmänner aus Floß und den damaligen Landgemeinden. Protokollführung, Übungsdienste, Brandeinsätze oder auch gesellschaftliche Ereignisse unterscheiden sich doch stark von den heutigen Gepflogenheiten. Witzl befasst sich besonders mit den Berichten von 1869 bis zu den 1930er Jahren. Dokumentiert sind mehrere Brände sowohl im Ortskern, in den Flosser Landgemeinden, als auch in Nachbarkommunen.

Auch in alten Flosser Wirtshäusern und auf dem damaligen Alarmplatz herrschte zu jener Zeit reges Treiben der noch jungen Feuerwehr. Der Wiedergründung des Vereins nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Konjunkturaufschwung bis hin zum heutigen digitalen Zeitalter, beherrscht von Webservern und Alarm-Rechenzentren, widmet der Autor ebenfalls mehrere Kapitel. Mit vielen Anschauungsobjekten, Bildern und viel Fachwissen bringt Witzl die Vergangenheit in die Gegenwart.

Er berichtet von Türmern, die die Kirchenglocken als Alarmmelder nutzten, von Spritzenwagen, die von Hand gezogen werden, weil kein Pferdefuhrwerk zur Verfügung steht, und von den primitiven Mitteln, mit denen die Floriansjünger damals Brände gelöscht haben. Nicht selten war die einzige Möglichkeit zum Wassertransport eine Menschenkette und Löscheimer. Meilensteine in der Geschichte wie der Einzug in das erste Spritzenhaus, die Anschaffung der ersten Motorspritze sowie die Anbringung der ersten Alarmsirene auf dem Postgebäude interessierten die Zuhörer, die dann mit eigenen Geschichten den Vortrag bereicherten.

Der heutige Kommandant Felix Müller hob den hohen Stellenwert des Buches heraus. Die Geschichte der Wehr müsse in Erinnerung bleiben. "Es ist erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht", so Müller. Er machte Werbung für den Festkommers im April und für das Festwochenende im Juni. Die Chronik über die Wehr ist bei BM-Office, Raiffeisenbank Floß, Tankstelle Krapf und "Schnapperer" erhältlich.

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