18.02.2018 - 20:00 Uhr
Floß

Konradsreuther warten seit zwei Monaten auf störungsfreie Telekom-Anschlüsse "Bitte warten..."

Markus Wall aus Konradsreuth (Floß) geht die Geduld aus. Seit zwei Monaten wartet der 51-Jährige darauf, dass die Telekom seinen Festnetz- und Internetanschluss repariert. Und damit ist er nicht alleine.

Wegen eines beschädigten Kabels ist ein Konradsreuther seit zwei Monaten von Festnetz und Internet abgeschnitten. Bild: Schönberger
von Sonja Kaute Kontakt Profil

"Mein Nachbar hat überhaupt kein Telefon. Bei anderen Nachbarn bricht die Verbindung teils während des Telefongesprächs einfach ab", erzählt der Konradsreuther genervt. Er hat zwei schulpflichtige Töchter. "Die sind heutzutage aufs Internet angewiesen, aber das ist bei einer 200er-Leitung gar nicht möglich", sagt er.

Am 18. Dezember ging plötzlich nichts mehr: "Da war ein Rauschen im Telefon, man konnte nichts mehr verstehen. Und das Internet hat nur noch getröpfelt." Er meldete die Störung bei der Telekom. Drei Tage später sei ein Techniker aus Zwickau gekommen und habe eine Störung am Kabel festgestellt.

"Da tut sich nichts"

Über die Feiertage und den Jahreswechsel passierte gar nichts. "Am 4. Januar kam wieder ein Techniker, aus der Nähe von Kulm." Diesem zufolge müssten 300 Meter Überland-Leitung ausgetauscht werden, erinnert sich der 51-Jährige an die Diagnose des Mannes. "Nach dem Besuch des zweiten Technikers habe ich nichts mehr gehört", erzählt Wall. Er schrieb eine Beschwerde, telefonierte mehrmals mit der Telekom. Immer hörte er ihm zufolge, man habe viel zu tun, die Aufträge würden "nach und nach abgearbeitet" werden. "Ein Mitarbeiter nutzte für unser Problem das Wort ,Massenstörung'", erinnert sich Wall. Er vermutet, dass noch viele weitere Anwohner von der Störung betroffen sind.

Er gerate bei seinen Nachfragen immer an unterschiedliche Mitarbeiter. Diese seien teils selbst genervt. "Die geben eine Riesenstörung zu, aber dann tut sich nichts." Schließlich nannte die Telekom doch ein Datum, an dem die Störung beseitigt werden sollte: 14. Februar.

"Es hat sich natürlich nichts getan", sagt Wall am Tag darauf. "Im Endeffekt ist die Lösung jetzt auf irgendwann verschoben. Ich war bereit, bis dahin zu warten, aber ich drehe mich nur im Kreis herum. Wir warten jetzt acht Wochen. Ich habe den Eindruck, als ob die Anschlüsse auf dem Land vernachlässigt werden. Ich fühle mich verlassen", fasst der Konradsreuther zusammen.

Telekom äußert Bedauern

Hubertus Kischkewitz, Pressesprecher der Telekom, bestätigt am Donnerstag die vom Techniker benannte Ursache der Störung: "Nach den mir vorliegenden Informationen haben wir Störungen in einer oberirdischen Leitung, dadurch funktioniert diese nicht mehr einwandfrei." Davon betroffen seien "noch zwei Kunden in Konradsreuth". Man bedauere dies und bittet die Kunden um "etwas Geduld": "Wir werden auf einer längeren Strecke das Kabel austauschen, um eine einwandfreie Anbindung sicherstellen zu können." Dies solle bis "spätestens zum 23. Februar" geschehen. Warum das Kabel beschädigt ist, weiß Kischkewitz nicht. Ursache könne unter anderem ein durch einen Sturm entstandener Zug auf das Kabel gewesen sein. "Aber die tatsächliche Ursache kann ich Ihnen jetzt nicht sagen."

Die betroffenen Kunden könnten über die Telekom-Hotline Ansprüche für den Ausfall der Leitung geltend machen. "Das prüfen wir dann. Wenn wir feststellen, dass die Leitung über einen längeren Zeitraum nicht verfügbar war, werden die Kunden entschädigt." Markus Wall besänftigt das nicht. Er ärgert sich über die lange Wartezeit von mindestens neun Wochen - vorausgesetzt die Reparatur findet bis spätestens zum 23. Februar auch endlich tatsächlich statt. Davon überzeugt ist der Konradsreuther nicht.

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