24.08.2017 - 17:50 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Jüngster Ortsteil von Flossenbürg Gastlichkeit am Rumpelbach

Gastfreundschaft im Ortsteil Rumpelbach hat eine Jahrzehnte zurückreichende Tradition. Der Bogen spannt sich von der ehemaligen "Restauration" über Ausflüge, Wanderungen und Feste bis hin zu anstehenden vier Terminen im kleinsten und jüngsten Ortsteil von Flossenbürg.

1903 entstand die liebevoll "komponierte" Aufnahme von der "Restauration Rumpelbach". Jedes Detail macht Freude. Am kommenden Sonntag und an weiteren Wochenenden wird der Rumpelbach wieder zum Ausflugsziel. Repro: nm
von Bernhard NeumannProfil

Los geht es bereits am kommenden Sonntag, 27. August, unter der Überschrift "Sommer Freude". Markus Säckl, ein in Regensburg wohnender Flossenbürger, bietet von 11 bis 18 Uhr einen Tag mit Genuss für Leib und Seele, passend zur Jahreszeit. Es geht um Kleines und Feines für das leibliche Wohl, inklusive Kaffee und Kuchen.

Am Herzen liegt dem Gastgeber die Gelegenheit für die Besucher, den Rumpelbach bei einem gemütlichen Nachmittag wieder zu entdecken und mehr über ihn zu erfahren. Das reicht vom Treffen und der Unterhaltung mit Freunden bis hin zum Spaziergang zu dem aktuell gerade einmal sechs Einwohner zählenden Weiler. Zu erreichen ist dieser Ort von der Freizeitanlage Gaisweiher als Ausgangspunkt.

Eine Bücherkiste am Zielpunkt verlockt zum Lesen oder Tauschen. Die Fortsetzung der Rumpelbach-Ausflüge steht am 24. September bevor, dann mit der Vorgabe "Herbstzeit Törggelen". Weiter geht es am 29. Oktober mit dem "Kürbis-Fest". Am 24. und 25. November beendet der "Lichter Glanz" die vier Termine. Aussteller und Hobbykünstler präsentieren an den beiden Tagen im November ihr Können.

Der Rumpelbach ist im Übrigen der jüngste Ortsteil der Grenzgemeinde. Er entstand erst 1875 am heutigen Standort. Über die Zeit davor schweigen sich die Annalen aus, obwohl früher nur rund 200 Meter entfernt eine Mühle existierte. Seine Bezeichnung hat der Weiler vom Bach. Rumpelbach heißt das Gewässer ab hier und nur bis zum Gaisweiher. Weiter oben speisen das Kreuzstein- und das Aschbächl den Lauf.

Vermutlich schon vor der Jahrhundertwende - nachweislich erst kurz nach 1900 - existierte eine Ausflugsgaststätte. Auf dem Foto aus dem Jahr 1903 lässt sich sogar das Schild "Restauration Rumpelbach" erkennen. Zu sehen ist genauso eine Momentaufnahme vom Handwerk, das heimisch war, und das den Bewohnern zum täglichen Brot verhalf. Für den Betrieb eines Sägewerks wurde die Wasserkraft genutzt. Der Bach trieb die Gatter an und ermöglichte es, die angelieferten Stämme zu Brettern und Balken zu verarbeiten. Gleichzeitig wurde Getreide zu Mehl gemahlen.

Interessant ist ein kleines Gebäude im Bildhintergrund. Dort befand sich früher die Säge. Erkennen lässt sich sogar der künstlich angelegte Kanal, über den das Wasserrad versorgt wurde. Offensichtlich reichte aber das Produktionsvolumen nicht mehr aus, am heutigen Standort entstand das neue Werk. Erzählungen berichten davon, dass das alte Anwesen dem Feuer zum Opfer fiel. Ein Brandstifter soll damals sein Unwesen getrieben haben.

Sommerfeste, die Einkehr bei einem Spaziergang oder ein Frühschoppen gehörten zum gesellschaftlichen Leben. Allerdings gab es noch einen anderen Grund, warum der Aufenthalt am Rumpelbach so beliebt war. Früher hatte kaum jemand ein Auto und die Tanzpartnerinnen mussten von den Burschen zwangsläufig durch den Wald begleitet werden.

"Wer gern rumpeln moch, der gait am Rumpelboch", dieses eindeutig zweideutige Sprichwort kennen die etwas älteren Semester heute noch. Am Sonntag lässt sich in geselliger Runde vielleicht etwas mehr darüber erfahren.

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