Mit Pfeil und Bogen unterwegs
Spannend bis zum Schluss

Erfahrungen austauschen und miteinander am Schießstand Können und Material testen, auch das war von Donnerstag bis Sonntag bei den Bogenschützen angesagt. Aus ganz Deutschland waren sie nach St. Ötzen angereist.
Freizeit
Flossenbürg
19.06.2017
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Eine Gruppe Wikinger war ebenfalls dabei. In einer kleinen Zeltstadt präsentierte sie Handwerkstechniken. Bilder: nm (2)

Vier Tage dem Hobby nachgehen, Freunde treffen, Erfahrungen austauschen und das Ambiente in St. Ötzen genießen: Das ließen sich Gäste aus ganz Deutschland nicht entgehen. 90 Mitglieder der "Traditionellen Jagdbogenschützen Deutschland" (TJBD) waren mit Pfeil und Bogen unterwegs.

Sie kamen mit Zelten und Wohnwägen aus Hamburg, dem Schwarzwald oder aus der Region und verwandelten das weitläufige Gelände in Robin-Hood-City. Die Gastfreundschaft von Karl und Tanja Schwanitz ermöglichte von Donnerstag bis Sonntag die Wohlfühlzeit. Seit 2007 sind die TJBD'ler bei ihnen zu Gast. Noch deutlich länger zurück reicht die Geschichte der "Traditional Rendezvous". So werden die alljährlichen Treffen genannt. Bereits zum 24. Mal liefen die Kurzferien. Im kommenden Jahr, zum 25. Jubiläum, wird gefeiert. Frank Baunoch blickte nach vorne: "Details stehen noch nicht fest. Wir werden das Programm aber noch ein Stück attraktiver gestalten und die Öffentlichkeit dazu einladen." Langeweile war aber auch heuer ein Fremdwort. Die Angebote reichten von fachtechnischen Aspekten bis hin zur Geselligkeit.

Wikinger-Grill


In Vorträgen und Workshops ging es um den Pfeil- und den Sehnenbau oder um das Entzünden eines Feuers ohne Streichhölzer oder Feuerzeug. Das Wissen ließ sich gleich für die abendlichen Lagerfeuer einsetzen. Hoch im Kurs stand das leibliche Wohl. Gaumenfreuden lieferte der Dutch Oven, ein in Kohlen eingepackter Topf, der Wikinger-Grill, der Smoker oder auch der gut bestückte Grill.

Nur um den Spaß ging es bei den Bogenschützen nicht. Wettbewerb verbunden mit einer Wertungsreihenfolge musste sein. Unterschiedliche Punktezahlen belohnten die Treffsicherheit. Dabei war es wichtig, waidgerecht zu schießen. Für die erfolgreichsten Schützen gab es Beifall und Preise. In Deutschland ist die Bogenjagd im Übrigen verboten. Mit den aufgestellten Attrappen ließ sich Ersatz schaffen.

Attrappen im Wald


Hirsche, Rehe, Wildschweine und viele andere Tiere hielten in den Wäldern rund um St. Ötzen geduldig ab. Es waren Attrappen, auf die angelegt wurde. Zwischen 8 und 25 Metern betrug die Entfernung zu den Kunststofftieren. Angst haben musste niemand, auch nicht Spaziergänger und Wanderer, die über die regungslos verharrenden Tiere und die umherstreifenden Gruppen staunten. Das Thema Sicherheit stand bei den Bogenschützen an oberster Stelle.

Geschossen wurde darüber hinaus am Übungsparcours. Dort hatte der Erfahrungsaustausch einen hohen Stellenwert. Die Traditionalisten verzichten auf Hightech und Zieleinrichtungen. Viele bauen ihre Lang-, Primitiv- oder Recurvebögen selbst. Bauen lassen, auch das ist eine Alternative. Wie die Ergebnisse aussehen und wie gut die persönlichen Vorlieben umgesetzt werden, ließ sich bei der Ausstellung eines Vereinsmitglieds bewundern.

Immer gut aufgelegt präsentierten sich die angereisten "Wikinger". Sie hatten sich stilgerecht eingekleidet und ließen sich gerne über die Schulter schauen. In ihrer eigenen kleinen Zeltstadt informierten die Bogenschützen über alte Handwerkstechniken, nicht nur bei den Wikingern. Das reichte vom Stricken und Verzieren von Stoff bis hin zum Anfertigen eines durchaus gewichtigen Kettenhemdes.
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