26.01.2018 - 20:10 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Große Ausstellung über Todeszug Leitmeritz-Velešín Hilfe für Häftlinge

In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wird am Montag, 29. Januar, die Wanderausstellung "Der Todestransport Leitmeritz - Velesín" eröffnet. Die Ausstellung zeigt die Geschichte eines KZ-Transports in den letzten Kriegstagen 1945 quer durch das damalige Protektorat Böhmen und Mähren. Die Geschichte dieses Zuges sei einzigartig, sagt der Leiter der KZ-Gedenkstätte, Jörg Skriebeleit. "Singulär in ihrer Dramatik, singulär hinsichtlich der Rettungsaktion von Seiten der tschechischen Bevölkerung, singulär im Hinblick auf die historischen Fotos und Quellen, die existieren."

von Agentur EPDProfil

Von Anfang an sei es zu spontanen und organisierten Hilfeleistungen der tschechischen Bevölkerung gekommen. Es gelang den Helfern, etwa 1500 Häftlinge zu befreien und den anderen durch Versorgung mit Nahrung und Medikamenten bessere Überlebenschancen zu sichern. Nach 14 Tagen endete die Fahrt des Todeszuges Nr. 94803 am 8. Mai 1945 im südböhmischen Velesín.

In den letzten Kriegstagen im April 1945 waren noch immer Zehntausende KZ-Häftlinge in der Hand der SS. Das zum KZ-Flossenbürg gehörende Außenlager im nordböhmischen Leitmeritz wurde zum Auffangbereich unzähliger Häftlingstransporte. Am 28. April 1945 ließ die SS 4000 Häftlinge in einem Güterzug mit 77 offenen Kohlewaggons Richtung Süden abtransportieren. Der Todestransport durchquerte fast das gesamte Protektorat.

Die Wanderausstellung des Militärhistorischen Instituts Prag und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg dokumentiert die dramatischen Ereignisse an den einzelnen Stationen des Transports. Sie zeigt Schicksale der Häftlinge, Hilfe der Zivilbevölkerung, Reaktionen der Bewacher und wird bis zum 28. Februar im Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gezeigt.

Film in ARD

Am Tag der Ausstellungseröffnung, am Montag, 29. Januar, zeigt die ARD einen Dokumentarfilm über den Transport Leitmeritz-Velesín: "Todeszug in die Freiheit" von Thomas Muggenthaler und Andreas Mocellin. Mehr zum Thema im Magazin in dieser Ausgabe. (epd)

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