21.08.2014 - 00:00 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Drei Tage, zwei Rettungshundestaffeln, ein Ziel - Übung am Gaisweiher Auch im Regen ein feines Näschen

Frauchen und Herrchen hatten sich das Treffen am Gaisweiher etwas anders vorgestellt. Den vielen Vierbeinern aber war das Hundewetter egal. 19 zweibeinige Mitglieder der Rettungshundestaffeln Bayerwald und Bayerischer Jura und deutlich mehr Hunde hielten von Freitag bis Sonntag durch, übten und tauschten Erfahrungen aus.

Nass und kalt, das machte Herrchen, Frauchen und Hunden nichts aus. Am Gaisweiher gab es ein Stelldichein zweier Rettungsstaffeln. Im Laufe des Freitagabends erweiterte sich der Kreis noch. Die Teams übten im Osti-Steinbruch und im Flossenbürger Wald die Vermisstensuche. Bild: nm
von Bernhard NeumannProfil

Ludwig Jakob, stellvertretender Vorsitzender der Staffel Bayerischer Jura, hatte die Zusammenkunft eingefädelt: "Wir treffen uns zwar häufig, diesmal sollte es aber nicht nur um fachliche Themen gehen." Der Wunsch des Flossenbürgers ging in Erfüllung. Gemütliche Stunden am Lagerfeuer ließen die Kälte vergessen, vor dem Regen bot ein Zelt Schutz. Dennoch spielte die ehrenamtliche Arbeit eine Rolle.

Vermisste im Steinbruch

Vor allem die Hunde waren gefordert. Vom Wetter ließen sie sich zwar nicht beeindrucken, die Messlatte bei den Aufgaben lag aber hoch. Für die Flächensuche stellten die Granitwerke Baumann den Osti-Steinbruch und Revierförster Oswald Hamann von den Bayerischen Staatsforsten das angrenzende Waldgebiet zur Verfügung. Die Vierbeiner mussten in dem weitläufigen Areal Personenfinden. Freilaufend nahmen die Vierbeiner die Spur auf. Ihre Erfolge meldeten sie durch Bellen. Mit diesem Vorgehen lässt sich in kurzer Zeit ein großes Terrain absuchen. Die Belohnung waren Streicheleinheiten, Leckerlis und Spiele.

Viel Training und Erfahrung braucht es für das sogenannte Mantrailing. Hund und Mensch, mit einer Leine verbunden, sind gleich gefordert. Es geht darum, die Geruchsspur eines Menschen aufzunehmen und zu verfolgen. Je nach Witterungs- und Umwelteinflüssen sowie nach Können des Teams funktioniert das erstaunlicherweise über einen Zeitraum bis zu 48 Stunden. Jakob stellte klar, dass nicht nur bestimmte Hunderassen das erlernen können. "Entscheidend sind die individuellen Fähigkeiten. Die lassen sich mit viel Üben verbessern, aber nicht alle Hunde mögen eine solche extrem anstrengende Arbeit."

Fitte Vier- und Zweibeiner

Gut in Form sein müssen auch die Hundehalter. Das gilt für die körperliche Fitness, aber auch für den Umgang mit Karte, Kompass und GPS-Gerät. Dieses Wissen sei bei Einsätzen wichtig. "Es geht darum, abzusuchende Gebiete möglichst effektiv aufzuteilen." Die Tests führten den Hundeführern vor Augen, wo sie noch Defizite haben.

40 Mal wurden die Rettungshundestaffeln im vergangenen Jahr gerufen. In einem Viertel der Fälle mussten sie tatsächlich suchen, häufig nach älteren oder an Demenz erkrankte Bürger. "Und dabei spielt das Wetter auch keine Rolle. Deswegen ist das nasskalte Wochenende am Gaisweiher gar nicht so schlimm", winkte Jakob ab

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