Großartige Aufführung zum Bonhoeffer-Wochenende in der Pankratiuskirche Flossenbürg
Verse spenden Trost und Hoffnung

Pfarrer Herbert Sörgel, Sprecher Matthias Winter und Chorleiter Hans Fröhlich (von links) konnten sich gemeinsam zu einer nachdenklich stimmenden Aufführung gratulieren. Bild: le
Lokales
Flossenbürg
17.04.2013
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"Ich glaube, ich glaub an die Universalität der Brüderlichkeit. Werdet Geschwister, ihr Menschen, zieht Christus an, der Liebe und Versöhnung Kleid." Diese letzten Worte Bonhoeffers, eine kure Botschaft an seinen englischen Freund, Bischof Bell zu Chichester, war in der Pankratiuskirche zu hören.

Der katholischen Kirchenchor und die Instrumentalgruppe von Willibald Wirth unter der Gesamtleitung von Hans Fröhlich hinterließen einen nachdenklich stimmenden tiefen Eindruck. Deshalb auch die ungewöhnlich auffallende Stille und Ruhe nach dem "Amen" im letzten Liedvortrag. Als Pfarrer Herbert Sörgel, Initiator des Bonhoeffer-Wochenendes, allen Mitwirkenden seinen hohen Respekt und Dank überbrachte, gab es stehende Ovationen für ein musikalisches Werk, das allen Zuhörern noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

Spürbare Begeisterung

Chorleiter Fröhlich hat einmal mehr eine Chorgemeinschaft mit achtzehn Sängerinnen (Sopran und Alt) und sechs Sängern (Tenor und Bass) vorgestellt, die nicht nur mit ihrer Gesangskunst zu begeistern wusste, sondern den großen stilistischen Bogen von der Gregorianik über einen Barock-Choral, bis hin zu Kanons und populäre Balladen meisterhaft beherrschte. Man spürte die Begeisterung der Sänger, das Mitfühlen bei den verschiedenen Texten: "Es gibt keinen Weg zum Frieden, außer dem Frieden selbst."
Mit Willibald Wirth (Violine I), Karl Brenner (Violine II), Ulrich Pietsch (Viola), Jutta Steiner (Cello), Birgit Neumann (Querflöte), Michael Fröhlich (Klavier) und Jakob Fritz (Schlagzeug) war eine ausgezeichnet aufeinander abgestimmte Instrumentalgruppe zu hören, die das Bonhoeffer-Oratorium, dessen Musik Matthias Nagel komponierte, zu einem Erlebnis machte. Fröhlich hatte mit dieser Aufführung ein Meisterwerk vollbracht. Der rhetorisch großartige Sprecher Matthias Winter, Intendant des Landestheaters Oberpfalz, verstand es, die Texte von Dieter Stork eindrucksvoll vorzutragen und harmonische Übergänge zwischen Wort, Gesang und Musik zu schaffen. Gewaltig war sein Vortrag über den Aufruf Bonhoeffers in seiner letzten Predigt am 8. April 1945, als er zur "Wiedergeburt einer neuen Hoffnung" aufrief.

"Bonhoeffers Verse vermitteln auch heute noch Trost, Hoffnung und Ermutigung aus dem Glauben", sagte Chorleiter Fröhlich. Das habe ihn auch dazu bewogen, sich der Bitte von Pfarrer Herbert Sörgel um die Aufführung des Oratoriums nicht zu verschließen. Ökumene setzte sich einmal mehr in der Praxis um. Der katholische Kirchenchor St. Johannes Floß sang in der evangelischen Pankratiuskirche in Flossenbürg.
Die immer wieder fesselnden Liedvorträge erreichten durch die Melodiefassung des Gedichts "Von guten Mächten" einen Höhepunkt. Abwechselnd von Frauen- und Männerstimmen, dann durch den gewaltigen Gesamtchor, wurde das innere Vermächtnis als ein tiefer Dank für eine jahrelange Begleitung in der Gefährdung und Einsamkeit des Gefängnisses von Bonhoeffer vermittelt. Gewaltig die vorgetragenen Protestsongs mit den bis ins Herz gehenden Trommelschlägen des jungen Schlagzeugers Jakob Fritz. Dazu die musikalisch vollendete Klavierbegleitung von Michael Fröhlich, der auch das Layout für diese Aufführung zusammen stellte.

Kein leichter Weg

Der Weihnachtsrundbrief Bonhoeffers l942 war der gewaltige Abschluss des Oratoriums, wo sich Chorgemeinschaft und Instrumentalgruppe mit Sprecher Matthias Winter nochmals in eindrucksvoller Weise vorstellten: "Uns bleibt nur der sehr schmale und manchmal kaum noch zu findende Weg, jeden Tag zu nehmen, als wäre er der letzte, und doch in Glauben und Verantwortung so zu leben, als gäbe es noch eine große Zukunft."

Pfarrer Sörgel dankte Landrat Simon Wittmann, den Vereinigten Sparkassen und der Stiftung Bayerische Gedenkstätten für die finanzielle Förderung und Unterstützung. Die Zuhörer leisteten durch freiwillige Spenden ihren Obolus.
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