"Stromhias"-Gäste mögen es gut und deftig - Der Wirtin über die Schulter geblickt
Schlachtschüssel, auch im Sommer

Lokales
Flossenbürg
23.04.2013
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Kühlschrank auf, Brotzeit raus, Kühlschrank zu, fertig. Ganz so einfach funktioniert das nicht, wenn es um eine Zoiglbrotzeit geht. Was wirklich in der Küche passiert, wie der Alltag aussieht und was an Arbeit dahintersteckt, das war bei Andrea Niekrawietz zu erfahren. Die Wirtin beim "Stromhias" ließ hinter die Kulissen einer "Zoiglstub'n" blicken.

Los ging alles vor zehn Jahren mit dem Bau einer großen Garage neben dem Wohnhaus in der Jahnstraße. Ein Bekannter ließ nicht locker: "Da gehört wegen der Hanglage unbedingt noch ein Geschoß drauf, am besten eine Zoiglwirtschaft." Die Idee ging dem Ehepaar Andrea und Matthias Niekrawietz nicht mehr aus dem Kopf, und im Sommer 2007 war es tatsächlich so weit. Beim "Stromhias" öffnete sich erstmals die Tür zum "Zoigl-Himmel". Der Name lässt sich im Übrigen leicht erklären. Er verweist auf den Namen und die berufliche Tätigkeit des Ehemanns.

Stress pur

Seit knapp sechs Jahren spielt allerdings Andrea Niekrawietz die Hauptrolle. Jeden Monat sperrt sie seitdem für eine Woche auf: "Das ist zwar mit einer Woche Stress pur gleichzusetzen, bereitet mir aber auch viel Freude." Nicht nur ihr, sondern genauso den Gästen. 35, wenn alle etwas zusammenrücken auch mehr, finden Platz. Die gleiche Zahl kommt während der Sommermonate auf der Terrasse hinzu. Deftige Kost steht, egal ob innen oder außen, bei allen hoch im Kurs. Das reicht vom Romadur über das Griebenschmalzbrot, Brat- und Käsewürste oder die Kartoffelsuppe bis hin zur Schlachtschüssel. Nicht zu vergessen auf den Dotsch, eine Spezialität der Wirtin.
"Von kalorienarm lässt sich da natürlich nicht sprechen", schmunzelt sie: "Wichtig ist, dass es schmeckt. Und da gibt es nun wirklich keine Klagen, bei den Flossenbürgern ebenso wenig wie bei auswärtigen Gästen. Nicht gefallen hat ihnen dagegen der Versuch, die Speisekarte von Zeit zu Zeit zu variieren. Die Absicht gab ich schnell wieder auf." Kulinarische Vorlieben seien offensichtlich nicht diskutabel, es kam sogar zu einer überraschenden Entwicklung. Wer meint, eine Schlachtschüssel stelle eine "Winterspezialität" dar, sieht sich getäuscht. Längst wird die schwere, aber leckere Kost ganzjährig nachgefragt.

Wirtin aus der Branche

Passen müssen, egal bei welcher Wahl auch immer, Qualität und Geschmack. Darüber lässt Andrea Niekrawietz nicht mit sich reden: "Auf unseren Metzger ist Verlass. Seine Lieferungen kommen entweder fertig zubereitet auf den Tisch oder werden von mir verarbeitet." Davon versteht die Wirtin durchaus etwas. Sie arbeitete früher im Gastronomiebereich und hat viel Freude daran, eigenen Geschmack einzubringen. Nicht nur bei der Streichwurst, auch beim Obatzd'n, den Tellersulzen oder beim Sauerkraut.
Das alles selbst zuzubereiten erfordert zwar einen hohen Aufwand, ist aber unverzichtbar: "Wenn ich um 11 Uhr aufsperre, muss alles passen. Sicherstellen lässt sich das nur bei einer entsprechenden Vorbereitung, bis zum Abschätzen der benötigten Mengen." Das alles hat sich längst optimal "eingepegelt", und auch beim Gerstensaft gibt es keine Kompromisse: "Der Name sagt es schon. In einer Zoiglwirtschaft gibt es eben kein Bier, sondern nur Zoigl. Bei uns kommt er aus Mitterteich."

Alle helfen mit

Jahrein, jahraus keine Abwechslung, das trifft beim "Stromhias" nicht zu. Andrea Niekrawietz kann auch Alternativen auftischen, bei Vereinsfesten ebenso wie bei Familienfeiern oder beim ebenfalls angebotenen Partyservice. "Alleine ist der laufende Betrieb und der zusätzliche Service nicht zu schaffen. Mein Mann und die drei Kinder greifen mir tatkräftig unter die Arme." Und wenn sich "richtig etwas rührt" bringt das die Wirtin nicht aus der Ruhe. "Selbst wenn du dann beim Zusperren so aufgedreht bist, dass du trotz aller Müdigkeit erst nach einer Stunde einschlafen kannst."
Unnötige Arbeit und Ärger ersparte eine Entscheidung, die zu Beginn schmerzte, die sich aber als goldrichtig herausstellte: Bei Technik und Ausstattung wurde nicht gespart. Edelstahlinventar und Granitarbeitsflächen lassen die Reinigung leichter fallen. "Den zeitlichen Aufwand darf man nicht unterschätzen. Er ist aber unverzichtbar." Warum, das führen die Hygienekontrollen vor Augen. Die Messlatte liegt hoch. Gründe für Minuspunkte gab es noch nie.
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