06.07.2017 - 21:16 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg soll erweitert werden Bewegung im Steinbruch

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg soll erweitert werden: Kultusminister Ludwig Spaenle will den Vertrag mit dem Steinbruch-Betreiber über 2024 hinaus nicht verlängern - Gedenkstellenleiter Jörg Skribeleit ist "freudig überrascht".

"Der Steinbruch war der Grund, warum überhaupt in Flossenbürg ein KZ errichtet wurde." Zitat: Jörg Skriebeleit
von Jürgen Herda Kontakt Profil

"Wir sind mit allen in Gespräch", sagte Kultusminister Ludwig Spaenle am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk. Zusammen mit dem "Kollegen Füracker aus dem Finanzministerium" peile er nächste Woche einen Ortstermin an.

Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten wolle man mit allen Betroffenen eruieren, wie die Gedenkstätte erweitern werden könne. Fest stehe: "Wir werden den laufenden Vertrag nicht mehr verlängern." Der Steinbruch mit allen denkmalgeschützten Gebäuden wie Maschinenhaus und Garagen würden in den Bereich der Gedenkstätte integriert.

Dass dieser integraler Bestandteil einer Gedenkstätte sein müsse, findet auch Jörg Skriebeleit. "Der Steinbruch war der Grund, warum überhaupt in Flossenbürg ein KZ errichtet wurde." Und der Kulturwissenschaftler betont, dass man schon seit längerer Zeit aktiv versuche, Spielräume zu nutzen: "Der Pächter erkennt den Denkmalschutzwert der Gebäude an, die er mitpachten musste, und ist einverstanden, dass dort Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden."

Es entspreche der Philosophie der Gedenkstätte, die Weiterentwicklung des Konzepts aktiv zu gestalten: "Wir veranstalten im März 2018 eine große internationale Tagung", verrät Skribeleit das Konzept für die Gestaltung des 80. Gründungsjahres des Lagers. "Zusammen mit der Universität Wien werden wir renommierte Denkmalschützer, Kultur- und Kunsthistoriker aus ganz Europa einladen, um Lösungen für den Umgang mit Großrelikten zu diskutieren."

Der Steinbruch war der Grund, warum überhaupt in Flossenbürg ein KZ errichtet wurde.Jörg Skriebeleit

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