27.02.2018 - 22:10 Uhr
Flossenbürg

Heißer Empfang im kalten Flossenbürg Goldjunge Frenzel kehrt heim

Es ist so bitterkalt wie in Pyeongchang, aber die Fans in Flossenbürg feiern "ihren Eric" am Dienstagabend mit einem heißen Empfang. Doppel-Olympiasieger Frenzel zeigt wieder einmal, warum er auch "Olympiasieger der Herzen" ist.

von Josef Maier Kontakt Profil

Seine allerwichtigsten "Trophäen" hatte Eric Frenzel immer nah bei sich: seine Laura und die Kinder Philipp (11), Leopold (2) und die acht Monate junge Emma. Um den Hals baumelten zwar die zwei Goldenen und die Bronzene aus Pyeongchang, doch der Nordische Kombinierer, der bei den Olympischen Spielen Deutschlands bester Medaillensammler war, freute sich einfach, dass er seine Familie wieder hatte.

Mit Frenzel freuten sich am Dienstagabend in Flossenbürg jede Menge Freunde, Fans, Funktionäre und einfach Bürger, die stolz sind, dass sich "ihr Eric" so zu seiner Heimatgemeinde bekennt. "Ich hatte ja nur mit 50 Leuten gerechnet", meinte Bürgermeister Thomas Meiler schmunzelnd, als er die vielen Leute vom Vorplatz ins Rathaus bat. Dort waren neben der Eingangshalle alle Ecken, Treppen, die Bücherei, die Empore, einfach alles besetzt von Fans, die ihren Liebling immer wieder hochleben ließen. Die Burgwehr bewachte den "besonderen Bürger", die Böllerschützen hatten vorher geböllert und auch der TSV hatte sich mit einer schönen Rede bestens auf sein aktives Mitglied vorbereitet.

Das tat auch die Gemeinde. "Aber uns gehen schon fast die Ideen für Geschenke aus", sagte Meiler schmunzelnd zu Frenzel ob der Empfänge nach Großereignissen in den vergangenen Jahren. Dieser Abend war aber dennoch noch einmal eine Steigerung. Mit seiner ihm eigenen Gelassenheit und mit sichtlicher Freude genoss Frenzel jeden Moment. Der 29-Jährige genoss es, wie Leopold gleich seinen Schokohasen verspeiste und wie Emma großen Gefallen am Blumenstrauß, der für die Mama gedacht war, fand.

Von Rathaus-Chef Meiler bekam Frenzel einen Obstkorb ("Damit du fit bleibst") und das nächste Gold - eine Gemeinde-Medaille. Der Neustädter Landrat Andreas Meier hatte für Meiler gleich einen Geschenktipp parat. "Das nächste, was kommt, ist wohl eine Eric-Frenzel-Straße." Aber so etwas braucht der jetzt sechsfache Olympiamedaillen-Gewinner nicht. Schon beim Einzug freute er sich einfach über viele bekannte Gesichter in den Reihen und war megastolz, dass dieses Mal nicht er, sondern sein Großer, Philipp, die deutsche Fahne trug. Im Rathaus wurde Frenzel später sogar in die Abendschau des Bayerischen Rundfunks zugeschaltet, so konnten alle im Freistaat den Jubel aus dem äußersten Osten der Oberpfalz hören.

Danach liefen die Bilder von seinen Erfolgen in Südkorea. "Das war alles so emotional", blickte Frenzel auf Pyeongchang zurück. Und dann gab es nach der Liebeserklärung an die Heimatgemeinde ("Ich bin so stolz, dass so viele hier sind"), auch noch eine ganz, ganz persönliche: "Danke an meinen Schatz und an meine Kinder", sagte Frenzel gerührt. "Sie haben mir das alles ermöglicht."

Sie werden ihm wohl noch einiges ermöglichen. Peking 2022 - Eric ist wohl dabei. "Diesen Traum von der Großschanze möchte ich mir noch erfüllen" sagte der Familienvater zu Laura. In dieser Disziplin hat er in Pyeongchang Bronze gewonnen. Dieses Gold will er unbedingt. Laura lächelte. Diesem Mann kann man doch nichts abschlagen ...

Frühstück bei den Frenzels

Flossenbürg. (mr) Siegerpartys in Pyeongchang, Empfang in Frankfurt - Flossenbürg machte am Dienstag den Feier-Hattrick für Eric Frenzel perfekt. Der Nordische Kombinierer lebt hier mit seiner Familie, seine Frau stammt aus St. Ötzen. Beim Empfang gab er den Oberpfalz-Medien ein paar Einblicke.

Eric, so ein Feier-Marathon ist ja fast noch härter als die Wettbewerbe in Pyeongchang, oder?

Eric Frenzel: Nein, nein, ich kann das wirklich genießen. Es ist einfach schön zu sehen, dass die Begeisterung so groß ist.

Das ist ja nicht Ihr erster Empfang hier. Aber der Jubel wird immer lauter ...

Ja, die Begeisterung hier wird immer mehr. Immer mehr kriegen mit, dass wir hier in Flossenbürg wohnen. Und es ist wunderbar, dass so viele mit uns gemeinsam feiern wollen.

Aber Sie sehnen sich nach den turbulenten Wochen sicher nach Ruhe. Wie war Ihr erster Tag zu Hause bei der jungen Familie?

Ich habe das heute sehr genossen. Wir sind gemeinsam aufgestanden, haben gemeinsam gefrühstückt. Die Kinder haben die Medaillen angeschaut, aber spielen werden sie nicht damit. Da können sie nicht viel damit anfangen. Am Mittwoch haben wir noch einen schönen Tag, darauf freue ich mich.

In Südkorea mussten Sie einen Teil Ihres Schneidezahns nach den Feierlichkeiten lassen. Steht der Zahnarzttermin hier schon?

Ja, der steht, aber nicht in dieser Woche. Am Donnerstag geht es ja zum Weltcup nach Lahti.

Stimmt es, dass Sie am Dienstag gleich noch ein paar Runden auf der Silberhütte gedreht haben?

Ja, ich war oben. Ich bin am Montag mehr als zehn Stunden im Flieger gesessen. Da brauchte ich einfach richtig Bewegung.

Danke an meinen Schatz und meine Kinder.Eric Frenzel zu seiner Familie

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