31.03.2017 - 20:00 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Französische Organisation von KZ-Überlebenden würdigt Stefan Krapf Medaille für Erinnerung

Vier Tage sahen sich Stefan Krapf und Mirjam Schöberl während der vergangenen Woche in Paris um. Krapf wurde von der Gemeinschaft überlebender KZ-Häftlinge und Angehöriger ausgezeichnet.

Stefan Krapf (links) mit Michel Clisson vor dem Erinnerungsstein auf dem Friedhof Père Lachaise. 1988 wurde das Mahnmal aus Flossenbürger Granit aufgestellt. Bild: nm
von Bernhard NeumannProfil

(nm) Die "Association des déportés et familles des disparus du camp de concentration de Flossenbürg et Kommando" würdigte mit einer Ehrenmedaille das Engagement des Flossenbürgers. Überreicht wurde sie bei einer Feierstunde von Michel Clisson. Der Vorsitzende der Gemeinschaft belohnt Krapfs Initiative, den "Osti-Steinbruch" als Zeitzeugnis zu erhalten.

Der Granit war ein wichtiger Grund, dass Flossenbürg als Standort für ein Konzentrationslager ausgewählt wurde. Häftlinge mussten das Gestein auf dem Gelände im Norden des Ortes unter unmenschlichen Bedingungen abbauen. Viele von ihnen überlebten die Schinderei nicht. Bis heute läuft die Granitgewinnung weiter. Damit will sich Krapf ebenso wenig abfinden, wie weitere Personen und Institutionen, unter anderem der französische Verband.

Voran ging der Auszeichnung mit der Ehrenmedaille ein Gedenkakt auf dem Pariser Ehrenfriedhof Père Lachaise. Dort steht seit 1988 ein Denkmal aus Flossenbürger Granit, das an die KZ-Opfer erinnert. Eine Abordnung des Gemeinderats nahm damals an der Einweihungsfeier teil. Krapf und Schöberl gedachten 29 Jahre später gemeinsam mit der Association ebenfalls dieser Menschen.

Mitgebracht hatte Krapf in die französische Hauptstadt einen Brief des Bürgermeisters. Thomas Meiler übermittelte darin nicht nur Grüße an die Gemeinschaft um Michel Clisson: "Selbst wenn es zu manchen Aspekten unterschiedliche Meinungen geben kann, sollten darunter die guten Beziehungen nicht leiden. In diesem Sinn freue ich mich auf ein zukünftiges Miteinander."

Angespanntes Verhältnis

Selbst wenn es nicht konkret angesprochen wurde, gemeint war mit den Zeilen nicht zuletzt das in den vergangenen Jahren etwas angespannte Verhältnis der Franzosen zu Flossenbürg. Unterschiedliche Meinungen zu einigen Aspekten führten beispielsweise dazu, dass sich die Association seit Jahren nicht mehr an offiziellen Veranstaltungen beteiligt. Wie es weitergeht weiß Krapf auch nicht: "Die Franzosen haben sich über mein Kommen gefreut. Früher gab es ein gutes Miteinander. Ich hoffe, dass sich das wieder einstellt."

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