08.03.2018 - 20:00 Uhr
Flossenbürg

Gesund und fit im Kinder-Alltag Zuckersüße Hinweise

Den Kindern das Essen einfach vor die Nase zu stellen, so sollte es nicht sein. Wie wichtig Ernährung und Lebensmittel sind, erklärt Referentin Angelika Meindl. Sie gibt Tipps und macht deutlich: Werbeaussagen und Realität passen nicht bei allen Lebensmitteln zusammen.

Joghurtverkostung beim Infoabend des Kindergartens. Referentin Angelika Meindl hat aber auch jede Menge Hinweisen rund um Lebensmittel speziell für Kinder parat, die nicht jedem schmecken. Bild: nm
von Bernhard NeumannProfil

Der Franziskus-Kindergarten hatte das Projekt "Gesund und fit im Kinder-Alltag" aufgegriffen und nutzte dafür das Angebot des Weidener Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Der Einladung zu dem lehrreichen und kurzweiligen Abend im Theresienheim folgten zahlreiche Mütter und Väter. Meindl überraschte sie und das Kindergartenpersonal mit Leiterin Christine Schwepesch mit einem bemerkenswerten Vortrag.

Mitgebracht hatte die Diplom-Ökotrophologin körbeweise Einkäufe, die Kinder faszinieren und die mit Werbeaussagen auch Eltern überzeugen können: "Allerdings oft nur auf den ersten Blick. Schauen Sie genauer hin, dann relativiert sich vieles." Was als gesund und toll angepriesen werde, entpuppe sich oft als gar nicht so idealer Kauf. Leider werde mit der Werbung und den Angaben häufig verschleiert, statt aufgeklärt: "Es ist verwirrend, was sich die Hersteller alles einfallen lassen, um ihre Produkte ins rechte Licht zu rücken."

Zucker war nur ein Beispiel für eine Reihe von Zutaten, bei denen es aufzupassen gilt: "Apfelschorle ist zum Kultgetränk geworden. Nur wenige wissen, dass sich in einem halben Liter neun Stück Würfelzucker finden. Hinzu kommt noch Fruchtzucker." Bei vielen anderen Dingen werde von Lebensmitteln gesprochen, dabei handle es sich um Süßigkeiten. Meindl ging es aber nicht nur um Schaumküsse oder Schokoriegel: "Fertiggerichte kommen zwar ruckzuck auf den Tisch, selber kochen hat aber Vorteile."

Ausgiebig stellte die Referentin die Ernährungspyramide und das Ampelsystem für die Nahrungszufuhr vor. Die Referentin vergaß nicht, auf die Vorbildfunktion von Erwachsenen hinzuweisen. Deren Verhalten präge die Kinder, wobei Geschmacksentwicklung aber lange dauern könne: "Meine Tochter entdeckte mit 25 Jahren, dass Blaukraut gut schmeckt." Wie verschieden die Geschmäcker sind, verdeutlichte der Joghurt-Test mit drei unterschiedlichen Sorten. Das Treffen geriet im Übrigen nicht zum langweiligen Monolog. Die Eltern brachten ihre eigenen Erfahrungen und ihr Wissen ein. Dazu gehörte auch eine unangenehme Erinnerung: "Das schmeckte wie Styropor."

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