06.11.2016 - 18:14 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Miriam Lill veröffentlicht Rezeptbuch für Veganer: Vegan ja, Kaninchen nein

"Ich habe mich oft geärgert", kommentierte Miriam Lill über Jahre hinweg gesammelte Erfahrungen. Dann fasste sie das eigene Wissen in einem Buch zur veganen Küche zusammen.

"Schmecken muss es auf jeden Fall." Zitat: Miriam Lill
von Bernhard NeumannProfil

"Das wollen die Leute häufig als erstes wissen", lacht die 30-Jährige über die Frage, von was sie sich ernähre. Es gebe genügend Möglichkeiten, vegan zu leben und dennoch gesunde und abwechslungsreiche Lebensmittel zu genießen: "Schmecken muss es auf jeden Fall." Von Vorteil sei es, einschlägige Geschäfte zu kennen oder in den Märkten die Regale mit den gewünschten Artikeln zu finden: "Dazu braucht es anfangs etwas Zeit. Aber dann ist das Einkaufen nicht mehr so schwer."

Vor sieben Jahren stellte die Autorin ihre Essgewohnheiten radikal um. Hintergrund waren ethische Aspekte, konkret der Missmut über die Tierhaltung. Oft gehe es nur um Gewinnmaximierung, ohne Rücksicht auf das Wohl von Lebewesen. Damit wollte sie sich nicht abfinden. "Vegan zu leben, ist für mich eine Form von Protest. Es geht darum, auf Fleisch, Eier und Milch zu verzichten. Sich nur mit Körnern zu ernähren ist aber keine Alternative. Das muss auch nicht sein."

Die Praxis gestaltete sich vor sieben Jahren schwierig. Die Suche nach Rezepten war oft frustrierend. Häufig gab es nur lieblos zusammengestellte Sammlungen: "Von Genuss konnte da keine Rede sein. Für mich war das keine Lösung. Ich wollte etwas auf dem Tisch haben, das schmeckt und sich genießen lässt." Selbst zu variieren bis es passt, führte zur Lösung. Leser auf Internet-Foren vergaben positive Wertungen.

Die Entwicklung machte Mut und ließ vor eineinhalb Jahren den Entschluss reifen, das Wissen auf intensivere Weise als bisher zu teilen. Lill wurde zur Buchautorin. Verwirklichen ließ sich das Vorhaben im Buch- und Kunstverlag. Das 88 Seiten umfassende Werk kommt in diesen Tagen auf den Markt. Zu haben ist es für weniger als zehn Euro im Buchhandel oder im Internet. Lill garnierte die Koch- und Backrezepte mit Fotos, die Appetit wecken. Hinzu kommen Infos zu Produkten: "Da gibt es richtig gute Sachen, allerdings auch wirklich Ungenießbares." Nicht hinter dem Berg hält die Autorin mit einer weiteren Vorgabe beim Essen. "Vegan - Ohne Salat", das ist der Titel des Werks, der verrät, dass sie kein Kaninchen sein will: "Ich war noch nie ein Freund von Salat und deshalb spielt der auch in dem Buch keine Rolle."

Schmecken muss es auf jeden Fall.Miriam Lill

Türkischer Gemüseeintopf

Für zwei Portionen: Drei rohe Kartoffeln schälen. In ein Zentimeter große Würfel schneiden. In einem großen Topf in Olivenöl fünf Minuten anbraten. Dabei gut rühren und immer wieder den Belag vom Topfboden kratzen.

Eine Viertel Zucchini, eine Karotte, eine große Spitzpaprika und eine Zwiebel klein schneiden. Dazugeben und zehn Minuten braten. Immer wieder Öl dazugeben und fleißig weiter schaben. Dann eine Knoblauchzehe würfeln und eine Minute mit braten.

So viel Wasser dazugeben, dass das ganze Gemüse bedeckt ist. Einen halben Teelöffel Gemüsebrühe-Pulver unterrühren. Unter gelegentlichem Rühren etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist. Gegebenenfalls mit Speisestärke nachhelfen.

Jetzt mit allem würzen, was Gewürzschrank und Kräutergarten hergeben: Salz, Pfeffer, Zucker, Kümmel, Kreuzkümmel, Curry, Paprikapulver, Ingwer, Koriander, Chili, Petersilie, Schnittlauch, Oregano, Rosmarin, Basilikum. (nm)

 

 

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