22.02.2018 - 20:00 Uhr
Flossenbürg

Trotz Nein zu "OM Chanting" in KZ-Gedenkstätte will Veranstalterin singen Das "Om" von nebenan

Jörg Skriebeleit sagte Nein zum "OM Chanting" am Samstag in der Gedenkstätte Flossenbürg. Die Veranstalterin aber ist beharrlich. Sie will dennoch mit Gleichgesinnten den "Om"-Laut anstimmen, der "die Vergangenheit heilen" soll. Gleich nebenan. "Die Leitung der Gedenkstätte konnte sich nicht zu einer Zusage hin öffnen", so die Initiatorin. Von ihrer Aktion abbringen ließ sich Angela Beyer dennoch nicht: "Die Veranstaltung findet jedenfalls statt. Der Treffpunkt ist um 13 Uhr vor dem Eingang der Gedenkstätte. Von dort aus werden wir einen einige Minuten entfernten Platz aufsuchen."

Auch die ehemalige Kommandantur zählt zu den Liegenschaften der KZ-Gedenkstätte. Genauso übrigens wie der Parkplatz. An einem Stellplatz aber will die "OM Chanting"-Veranstalterin ihre Aktion durchführen, die ihr auf dem Gelände der Gedenkstätte untersagt wurde. Bild: nm
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

"Ich vermute, die Veranstalterin kennt unsere kompletten Liegenschaften nicht", sagt der Leiter der KZ-Gedenkstätte, Jörg Skriebeleit. Diese würden sich teils weit über die deutlich sichtbaren Abgrenzungen hinaus erstrecken. Der große Parkplatz zähle etwa genauso dazu wie das Umfeld der Kommandantur. Dabei betont Skriebeleit aber auch: "Von mir aus kann grundsätzlich jeder 'Om' machen, wie oft und wo er will - aber eben nicht an diesem Ort." Er habe hier nach seiner offiziellen Absage auf mehr Einsicht gehofft. "Denn wir können nicht anders entscheiden." Das Vorhaben sei zum einen nicht über die Satzung der freien Religionsausübung gedeckt. Und zum anderen argumentierte Skriebeleit gegenüber der Veranstalterin, "das Ziel [...] 'die Vergangenheit zu heilen' ist aus unserer Sicht vielmehr eine unangemessene Instrumentalisierung der Orte und eine unangemessene Inanspruchnahme des Schicksals jedes einzelnen Opfers." Kurzum: "Wir sind die Treuhänder der Opfer."

Bürgermeister Thomas Meiler erklärt, eine Versammlung sei bei der Gemeinde nicht angemeldet. Kämen die "Om"-Sänger am Samstag tatsächlich für 45 Minuten an irgendeinem öffentlichen Platz im Ort zusammen, dürften sie die Verkehrssicherheit nicht gefährden. Ist das sichergestellt, sagt Meiler, der auch Polizist ist, gelte die Meinungsfreiheit. Sein Fazit: "Wenn die Leute also nur eine Dreiviertelstunde 'Om' singen und nicht die Gedenkstätte behelligen, dann sollen sie das tun."

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Die Details zur Absage lesen Sie unter:

www.onetz.de/1818605

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