12.08.2014 - 00:00 Uhr
FreihungOberpfalz

Peter Horton gibt mit "Personalissimo" ein Gastspiel in der Kulturscheune Elbart "Grandseigneur" der deutschen Liederkunst

Beeindruckend, mit welcher Hingabe Peter Horton die Saiten seiner Gitarre zupfte und mit geistreichen Texten zum Nachdenken anregte. Bild: Prößl
von Redaktion OnetzProfil

"Ist es wirklich der Peter Horton oder eine zufällige Namensgleichheit" - so oder ähnlich lauteten Fragen vor dem Konzert. Es war wirklich der Peter Horton, der Altmeister der Liederkunst, den viele noch aus der Fernsehreihe "Cafe in Takt" (1978-1984) oder "Hortons Kleine Nachtmusik" (1986-1989) beziehungsweise "Hortons Bistro" (1990-1991) kannten.

Laut und zugleich zart

Es war kaum zu glauben, dass es den Verantwortlichen der Kulturscheune Elbart gelang, den "Grandseigneur" der deutschsprachigen Liedermacher für einen Auftritt in Freihung zu gewinnen. Noch wenige Tage zuvor war Horton in einem grandiosen Konzert in Regensburg vor einigen Hundert Zuhörern zu bewundern. Auch die Gäste der ausverkauften Kulturscheune waren begeistert von der großen Ausdruckskraft, der tiefen Emotionalität und dem virtuosen Gitarrenspiel des inzwischen 73-jährigen Künstlers mit der unverwechselbaren, sonoren Stimme. Beeindruckend, mit welcher Hingabe Horton die Saiten seiner Gitarre zupfte und ihr zum einen kraftvolle, laute Töne und zum anderen wieder zarte, leise Klänge entlockte.

Nur wenigen war bekannt, dass er auch als Schriftsteller einen Namen hat und seine gedankenreichen Aphorismen, von denen die eine oder andere Kostprobe zu hören war, eine Schatztruhe voller Lebensweisheiten, satirischen Beobachtungen und humorvollen Selbsterfahrungen ist. Kein Abend der leichten Unterhaltung. Schließlich will Horton mit seinen Seelensongs und geistreichen Texten zum Nachdenken anregen und mit Musik wie Poesie - nach eigenem Bekunden die weibliche Seite der Sprache - Sinnlichkeit und Spiritualität stärken.

In einem Interview meinte er: "Lieder, die von innen heraus geschrieben werden und nicht aus einem kommerziellen Kalkül, sind Lebewesen". Diesen Satz könnte über ein Lied stellen, das er posthum seinem Vater gewidmet hat und dessen Refrain bei seinen Zuhörern sicher noch lange nachhallt: "Er war, wie er war, wunderbar, einfach, weil er mein Vater war."

Drei Zugaben

So hat der tiefsinnige, stellenweise philosophische Künstler dem Publikum aus seinem erlebnisreichen Leben Erinnerungen, Gedanken und Erfahrungen in einer Offenheit vorgetragen, getreu seinem Motto: "Wenn ich etwas zu sagen habe, dann die Wahrheit." Langanhaltender Applaus war der Lohn des Künstlers, der sich für die euphorische Anerkennung seines Konzerts mit drei Zugaben bedankte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp