17.05.2018 - 20:00 Uhr
FreihungOberpfalz

Bürgerversammlung für alle Gemeindeteile von Freihung Umgeben von Straßenprojekten

Weitere Themen aus der Bürgerversammlung

Bürgermeister Norbert Bücherl informierte in der Bürgerversammlung auch über die Bevölkerungsentwicklung, Arbeitnehmer im Gemeindegebiet, zentrale Einrichtungen sowie ortsansässige gewerbliche und landwirtschaftliche Betriebe. Als nennenswerte Projekte 2018 führte Bücherl die Erstellung eines gemeindeweiten Kanalkatasters und die Breitbandversorgung an.

Als Zukunftsprojekte nannte er den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Freihungsand, die einfache Dorferneuerung Großschönbrunn, die Anschaffung von Einsatzfahrzeugen für die Feuerwehren, Baugebietsausweisungen, Brücken- und Schulhaussanierung. Trotz hoher Übertrittsraten dürfte die Grundschule in Freihung auf Sicht zu halten sein, so der Bürgermeister. Keine Prognose wagte er hingegen zur Zukunft der Mittelschule in Vilseck. (usc)

Wie lange dauert's noch, bis der Bau der Ortsumgehung von Tanzfleck mit dem Ausbau der Staatsstraße 2123 von Großschönbrunn Richtung Hirschau beginnen wird? Antworten dazu gab es in der Bürgerversammlung. Gut im Plan liegt das Staatliche Bauamt mit der Erneuerung der B 299 zwischen Großschönbrunn und Seugast.

Bestritten den größten Teil der Bürgerversammlung, die erstmals für alle Gemeindeteile angesetzt worden war (von links): Markus Jobst von der Firma Jobst DSL Amberg, in der Mitte sitzend Bauoberrat Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt und stehend rechts Sebastian Krysa, dessen Firma einen Überblick über die Breitbandversorgung erstellt hat. Bild: usc
von Redaktion OnetzProfil

(usc) Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach steht quasi Gewehr bei Fuß, was den dringenden Ausbau der Straße von Großschönbrunn Richtung Hirschau anbelangt. Es könnte bald losgehen, gäbe es da nicht große Probleme mit dem Grunderwerb. Ohne diesen, so stellte Bauoberrat Stefan Noll klipp und klar fest, würde eine Erneuerung der St 2123 ohne Verbreiterung der Fahrbahn keinen Sinn machen.

Eine erfolgreiche Anfechtungsklage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof erforderte bekanntlich eine Neuplanung für die Tanzflecker Ortsumgehung, bei der Gesichtspunkte des Fledermaus-, Vogel- und Amphibienschutzes stärker zu beachten waren. So sollen unter anderem ein Durchlass für Fledermäuse und zwei Feldwegunterführungen aus Gründen des Naturschutzes realisiert werden. Ferner entsteht eine Schutzwand als Blend-, Irritations-, Leit- und Sperreinrichtung mit rund vier Metern Höhe über den Fahrbahnrand. Diese soll auch als Lärmschutz für Tanzfleck wirken.

Erneute Erörterung

Die etwa zwei Kilometer lange Trasse kostet rund 6,4 Millionen Euro. Geld, das schon bereitgestellt ist, wie Bürgermeister Norbert Bücherl im Gemeindezentrum erläuterte. Nun sei ein erneuter Erörterungstermin erforderlich. Wann der notwendige Feststellungsbeschluss erfolgt, ist nach Einschätzung Nolls noch nicht abzusehen. Auch dagegen könne erneut Einspruch eingelegt werden, ergänzte er vor 80 Besuchern aus allen Gemeindeteilen.

Weiteres Thema war die Erneuerung der B 299 zwischen Seugast und Großschönbrunn, und dann noch bis zur B 14. Auf sieben Kilometern werde nicht nur die Fahrbahn erneuert und verstärkt, sondern nördlich von Großschönbrunn - in Abstimmung mit der Gemeinde - eine Linksabbiegespur errichtet. Außerdem, so der Bauoberrat weiter, "erfolgt ein radverkehrstauglicher Ausbau eines öffentlichen Feld- und Waldwegs südlich von Großschönbrunn bis zur Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße nach Krickelsdorf auf einer Länge von einem Kilometer. Auf Sicht will das Bauamt einen fast durchgehenden Radweg entlang der B 299 schaffen, betonte Noll.

Die Gesamtmaßnahme kostet 3,5 Millionen Euro und dürfte bis August fertig sein. Wegen der Asphaltierung des ersten Bauabschnitts während der Pfingstferien bedarf es einer absoluten Vollsperrung, kündigte der Sprecher an. Während des zweiten Teils zwischen Großschönbrunn und der Einmündung in die B 14 werde eine Umleitung eingerichtet, ab Gebenbach über die B 14 nach Hirschau und von dort über die St 2123 zurück nach Großschönbrunn.

Einer der schlechtesten Abschnitte der St 2123 ist nach Nolls Worten der zum Ausbau anstehende 2,1 Kilometer lange Bereich von Großschönbrunn Richtung Hirschau, der heute teils nur fünf Meter breit ist, enge Kurven und eine unübersichtliche Linienführung aufweist. Vorgesehen ist ein Ausbau in drei Abschnitten.

Keine Zusagen

Alles hänge nun davon ab, ob das Bauamt den notwendigen Grund erwerben kann. Laut Holl ist die Planung zeitnah nur umsetzbar, wenn der Ankauf "freihändig" erfolgen kann. Konkreter: "Bislang gibt es noch keine nennenswerten Zusagen der Eigentümer." Bürgermeister Bücherl verdeutliche: "Bei keiner freiwilligen Abtretung seitens der Eigentümer wird es schwer mit der geplanten Erneuerung."

Einen Überblick über die Breitbandversorgung gab Sebastian Krysa, dessen Neumarkter Unternehmen eine Analyse dazu erstellt hat. Diese wurde laut Bücherl vollständig vom Bund finanziert, so dass der Gemeinde keine Kosten entstanden. Jeder könne nun sehen, welche Übertragungsrate beim ihm möglich wäre. Welchen Vertrag jeder letztendlich bei seinem Anbieter abschließe, bleibe jedem selbst überlassen.

Einer davon ist die Amberger Firma Jobst DSL. Inhaber Markus Jobst erläuterte die angebotene Vectoring-Technik, die in der Gemeinde eingesetzt wird, und die in Freihung mögliche Übertragungsrate. Diese sei auch von der Leitungslänge abhängig. Jobst stellte eine höhere Leistung in Aussicht. Sollte es Probleme mit Empfang oder Übertragungsgeschwindigkeit geben, sei stets die Firma Jobst DSL oder die Telekom, nicht aber der Markt zuständig, hieß es.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.