12.04.2018 - 11:50 Uhr
FreihungOberpfalz

AOVE erörtert Ergebnisse ihrer Senioren-Umfrage Nicht nur Toiletten fehlen

Von wegen Senioren gehen nicht mit der Zeit: Eine Umfrage in den AOVE-Gemeinden belehrt hier eines Besseren. Über nötigen Handlungsbedarf und zukünftige Pläne der AOVE sprachen Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung.

Symbolbild: dpa
von Dagmar WilliamsonProfil

"Alt werden zu Hause" ist seit zehn Jahren eine der wichtigsten Aufgaben, mit der sich die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE) auseinandersetzt. Um sich besser auf die Bedürfnisse von Senioren einstellen zu können, hat sie im vergangenen Jahr Fragebogen in den Kommunen verteilt.

Ein Ergebnis: Es fehlen öffentliche Toiletten - und zwar überall. Obwohl das Freizeit- und Aktivangebot sehr geschätzt wird, gibt es kaum Möglichkeiten, während Wanderungen oder Busfahrten wie zum Beispiel bei den Osterbrunnen-Besichtigungen seine Notdurft zu verrichten.

s Bürgermeister Norbert Bücherl winkte ab: Man könne schließlich auch die Toiletten im Bus nutzen. Sicher tun sich Männer bei diesem Thema leichter. Für Frauen hingegen, auch aufgrund altersbedingten Schwierigkeiten, ist der hygienische Toilettengang unterwegs problematisch.

Die Generationsumfrage ergab auch, dass die Mobilität innerhalb der jeweiligen Ortschaft gefördert werden muss. Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer möchte sich deshalb für mehr Mitfahrbankerln einsetzen: "Auch kurze Strecken sind für Senioren oft eine Herausforderung", sagt die Hahnbacherin. Einige solcher besonderen Bänke gibt es schon: Wer hier Platz nimmt, signalisiert Vorbeifahrenden, dass er gerne mitgenommen werden würde.

Um technisch und im digitalen Bereich nicht auf der Strecke zu bleiben, äußerten die Befragten im Alter ab 60 Jahren auch den Wunsch, den Umgang mit Tablets und den dazugehörigen Applikationen zu erlernen. Auch hier will sich die AOVE einsetzen: Sie plant bereits einen entsprechenden Kurs.

Im Blickpunkt

Die AOVE sucht auch weiterhin ehrenamtlichen Helfer, die Senioren bei Haus- und Gartenarbeiten, Behördengängen und beim Einkaufen unterstützen.

Im vergangenen Jahr nutzten rund 500 Senioren die Beratung von Monika Hager und Ingrid Götz. Auf 31 Klienten fallen 22 Alltagsbegleiter, die über 1500 Stunden mit Rentnern verbrachten. Sehr gefragt ist die Wohnungsanpassungs-Beratung von Josef Hirsch und Ingrid Götz, die hierfür eigens eine Ausbildung absolvieren mussten.

Als eine von zwei bayerischen Modellregionen hat die AOVE mit dem Forschungsprojekt "Resilienz im ländlichen Raum" das Jahr begonnen. Klimawandel, Globalisierung, Überalterung und andere Herausforderungen sind hier Themen, für die Lösungen gefunden werden sollen.

Besonders erfreut ist AOVE-Vorsitzender Hans-Martin Schertl über die wachsende Teilnehmerzahl im kulturellen Bereich. Katja Stiegler sei hier kreativ und finde immer wieder abwechslungsreiche Angebote für Jung und Alt. Über 700 Besucher wurden bei 27 Veranstaltungen 2017 gezählt. (dwi)

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