Bei den Müllers leben drei Generationen unter einem Dach
Ein Hof mit langer Geschichte

Drei Generationen leben derzeit auf dem Helmerhof unter einem Dach. Insgesamt sind es acht Generationen, die den Bauernhof bisher bewirtschaftet haben. Von links: Tochter Kathrin, Enkel Thomas, Annemarie Müller und Ehemann Konrad. Bilder: Hartl (2)
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Freihung
06.10.2017
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Jung und Alt unter einem Dach - für viele ist das keine angenehme Vorstellung. Doch am Helmerhof funktioniert das seit acht Generationen. "Es ist nicht immer einfach. Man muss sich gut arrangieren und viel Geduld haben", erklärt Annemarie Müller, die das Landgut von ihren Eltern übernommen hat.

"Noch 1999 mussten wir uns zu acht ein Bad teilen", erinnert sich die 57-Jährige. Als Enkel Thomas dann 2015 auf die Welt kam, waren es mit der 100-jährigen Tante, die vergangenes Jahr starb, für kurze Zeit vier Generationen, die im selben Haus lebten.

Nachdem es Annemarie Müller über Jahrzehnte verwaltet hat, führt es jetzt ihre Tochter Kathrin weiter. Zusammen kümmern sie sich um den landwirtschaftlichen Betrieb. Kühe und Schweine müssen versorgt, Äcker und Felder bestellt werden. Auch Vater Konrad hilft verstärkt mit, seitdem der 65-Jährige in Rente gegangen ist. Vorher brachte er als Kfz-Mechaniker und Gemeindearbeiter Geld nach Hause.

Rundum neuer Bauernhof

Um den Hof über die Jahre zu erhalten, haben die Müllers viel investiert. "Ein neues Haus hätte man dafür locker bekommen", scherzt Müller. Vom ursprünglichen Gebäude von 1787 ist mittlerweile bis auf ein paar Fundamente nichts mehr übrig. Der älteste noch stehende Teil wurde 1923 erbaut. Nach Teilsanierung und Anbauten ist man nun stolz auf den rundum erneuerten Bauernhof, der nichts von seinem alten Charme verloren hat.

"Wir haben schon immer einen Hang zum Alten gehabt", sagen Mutter und Tochter gleichermaßen. Deswegen war es ihnen wichtig, die Geschichte des Hofes weiterleben zu lassen. Man ist stolz auf seine Vergangenheit und zeigt das auch offen. Während die 31-jährige Hof-Nachfolgerin Kathrin alte Fotos und Dokumente sammelt und im Haus aufhängt, haben es ihrer Mutter die alten Möbel angetan. Die vielen Familienerbstücke hat sie liebevoll restaurieren lassen und in ihre Inneneinrichtung integriert. Der zweijährige Enkel Thomas kann noch nichts mit den alten Geschichten anfangen, doch schon jetzt wird er auf seine Rolle als künftiger Hofverwalter vorbereitet. Mit seiner großen Spielzeugtraktoren-Sammlung kann er schon mal fleißig üben.
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