03.11.2017 - 20:10 Uhr
FreihungOberpfalz

Exkursion des Europäischen Jugendprojekts Kleine Zwerge und gelebte Geschichte

Geschichte, Kultur, Gemeinschaftsgefühl - es ist eine intensive Erfahrung für die Teilnehmer des internationalen Treffens des Europäischen Jugendprojekts (EJP). Unter Leitung von Hartmut Schendzielorz entdecken die Deutschen, Franzosen und Polen im ehemaligen Schlesien Beeindruckendes.

Das EJP blickt hoffnungsvoll und hochmotiviert in die Zukunft. Von links: Bürgermeisterin Nicole Oury (Diemeringen/Frankreich), Hartmut Schendzielorz, Vizebürgermeister Francis Kurtz, Christiane Regn, Darius Krywult, Gerd Müller und Gerard Oury. Bild: bk
von Siegfried BockProfil

Den Auftakt bildete einen Tag vor der Abreise ein festlicher Empfang im Freihunger Rathaus. Bürgermeister Norbert Bücherl hatte anlässlich "15 Jahre Partnerschaft mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" auch Ehrengäste eingeladen. Viele Jugendliche und Mitglieder des EJP waren zu Gast. Schendzielorz, mit Bürgermeister a.D. Emil Köhler, Initiator der Partnerschaft, blickte in seiner Festrede auf viele Höhepunkte zurück. Ihre Studienreise starteten die Verantwortlichen über Görlitz nach Krzyzowa (Kreisau) in Niederschlesien. Kreisau wird mit dem "Kreisauer Kreis", der Widerstandsgruppe gegen die Nationalsozialisten, in Verbindung gebracht. Heute finden dort internationale Seminare, Workshops und Tagungen mit Jugendlichen verschiedener Nationen statt.

In der Jugendbegegnungsstätte auf dem restaurierten Gelände des ehemaligen Ritterguts der Familie von Moltke wird die Europäische Jugendgruppe bei der Projektwoche an Pfingsten 2018 zu Gast sein. Ein pädagogischer Mitarbeiter stellte das Konzept und das Gelände vor. Der historisch bedeutende Ort, das Ambiente des ehemaligen Gutshofs, aber auch die verschiedenen Symbole aus der Geschichte Deutschlands und Polens boten Anstöße und Ideen, in vielfältiger Weise mit Jugendlichen "Geschichte zum Anfassen" zu gestalten. Die Ausstellung "Mut und Versöhnung" hinterließ tiefe Eindrücke. In Breslau stieß Darek Krywult, Lehrer an der Salesianer-Schule in Stettin, hinzu. Während der Stadtführung erheiterten die humorvollen Zwerge aus Bronze. Die Provinz "Oppelner Land" gehörte bis Kriegsende zu Deutschland. Hier leben noch viele polnische Staatsbürger mit deutschen Wurzeln. Darauf verweisen auch zweisprachige Schilder und Deutsch als zweite Amtssprache.

Beim Besuch des ehemaligen Truppenübungsplatzes, der Kriegsgefangenen- und Internierungslager in Lamsdorf und St. Annaberg, gab es Gelegenheit, hautnah in die deutsch-polnische Geschichte einzutauchen. Das Konzept für die Projektwoche in Breslau, Kreisau, Auschwitz und Krakau vom 19. bis 26. Mai steht. Regierungspräsident Axel Bartelt wird die Schirmherrschaft übernehmen.

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