04.03.2018 - 15:34 Uhr
Freudenberg

Bauernbühne feiert Premiere im Wutschdorfer Pfarrsaal Beste Barbara

Womit erhält die Freudenberger Bauernbühne den Oberpfälzer Heimatpreis aus den Händen des designierten Ministerpräsidenten Markus Söder? Mit Recht!

von Christian LinglProfil

Freudenberg. Bei der Premiere ihres neuesten Stückes im Pfarrsaal in Wutschdorf beweist das Ensemble um Spielleiter Benno Schißlbauer einmal mehr seine Extraklasse in diesem Metier. "Besser spät als nie" ist der Titel des diesjährigen Lustspiels, dass die Freudenberger in insgesamt 17 Vorstellungen zum Besten geben. Turbulent geht es auf dem Stadelbauer Hof kurz vor der Hochzeit des Sohnes Max zu. Dessen Eltern möchten, dass Max und Lisa nach ihrer Hochzeit weiterhin im elterlichen Haus wohnen. Die Jungen wollen aber selbst bauen.

Spielleiter besorgt

Als wäre das nicht schon genug, kommen auch noch die Eltern von Max' Verlobter Lisa und verkünden, dass sie mit dem jungen Paar in dessen neuem Haus wohnen möchten. Nicht zu vergessen Max' Oma, die ebenfalls auf dem Hof wohnt. Eine verbitterte, alte Frau, die vom Enkel nicht loslassen kann und an seiner Zukünftigen kein gutes Haar lässt. Genug Stoff also für einen Dreiakter, der von der ersten bis zur letzten Minute für gute Unterhaltung im voll besetzten Pfarrsaal sorgte. "Das Stück kann leicht überspielt werden und so in den Klamauk abdriften", zeigte sich Spielleiter Schißlbauer besorgt. Diese Sorge ist jedoch völlig unberechtigt.

Die Charaktere sind fein herausgearbeitet und die Freudenberger überzeugen mit einem schauspielerischen Niveau, dass bei Laiengruppen nicht häufig anzutreffen ist. Es würde dem Ensemble nicht gerecht werden, eine oder einen der Akteure besonders hervorzuheben.

Zweifelsohne - und das zeigte auch die Reaktion des Publikums bei der Premiere - muss jedoch Barbara Söllner, die die Stadelbauer-Oma mimt an dieser Stelle erwähnt werden. Sie schafft es, die alte, verbitterte Bäuerin in Mimik und Gestik so herauszuarbeiten und zu charakterisieren, dass Schauspiel und Realität ineinander verschmelzen. Während der drei Akte gibt es bei ihr keinen Moment, in dem sie in ihrem Spiel nachlässt. Es ist zu hoffen, dass Barbara Söllner nicht wirklich an Parkinson leidet, so überzeugend zittern ihre Hände.

Auch Escherl in Form

Wieder genesen und in alter Form präsentiert sich auch Reinhold Escherl, diesmal nicht als Boandlkramer, sondern als Max' Schwiegervater. Auch er weiß gekonnt das Publikum oft mit nur einem Wort und der passenden Geste zum Lachen zu bringen. Das soll aber die Leistung der anderen Akteure in nichts schmälern. Was die Freudenberger zeigen ist mehr als "nur solide".

Vor und nach dem Stück, das im Verlauf die ein oder andere Überraschung und Wendung bietet sowie in den Pausen sorgten der Bifi, der Peter und der Sepp für die nötige Kurzweil beim Publikum. Das Trio lässt alte Elbertrtischer-Momente aufleben. Peter Butz ließ in Soloeinlagen zwischen den Akten zusätzlich die Handlung des gesehenen in gesungener Form noch einmal Revue passieren. Das Stück läuft noch bis Samstag, 21. April. Für die Vorstellungen sind noch einzelne Restkarten verfügbar.

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