30.01.2018 - 16:56 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Neujahrsempfang der Gemeinde Freudenberg Wirtschaft und Politik tragen große Verantwortung

"Wirtschaft und Politik tragen eine große Verantwortung in diesem Land." Er sei froh, dass in den kommunalen Niederungen diese Verantwortung gemeinsam konstruktiv wahrgenommen werde, sagt Bürgermeister Alwin Märkl beim Neujahrsempfang der Gemeinde Freudenberg.

Ihren Neujahrsempfang hält die Gemeinde Freudenberg in der Aula der Grund- und Mittelschule ab. Bilder: sche (2)
von Alfred SchornerProfil

Die Hammerbachtaler Blous'n eröffnete mit einem Musikstück die mit etwa 200 Gästen besuchte Veranstaltung in der Aula der Grund- und Mittelschule Freudenberg. Der Rathauschef und seine beiden Stellvertreter Franz Weiß und Benno Schißlbauer nahmen die Neujahrswünsche der Vertreter aus Politik und Wirtschaft, aus Kirchen, Vereinen und Verbänden entgegen.

Bauch oder Kopf?

Märkl überraschte die Geladenen mit einer etwas anderen Rede, die teilweise erheiternd war, aber auch zum Nachdenken anregte. Dabei schilderte er aus der Ich-Perspektive typische Beispiele aus der zwischenmenschlichen Diskussion des Alltags in einer schnelllebigen, digitalen Welt. "Soll nun die innere Stimme, der Bauch oder der Kopf die Entscheidungen treffen?", fragte er. Etwa bei der Einführung der gesplitterten Abwassergebühr. "Es war definitiv vernünftiger, dass diese komplette Neustrukturierung generalstabsmäßig vom Bauamt geplant und von den Mitarbeitern des Bürgerbüros angegangen und umgesetzt wurde", stellte Märkl fest. Allen Bürgern seien die gemeindlichen Mitarbeiter zur Seite gestanden und hätten geholfen, diese Gebühr ein Stück weit gerechter zu gestalten. Folglich sei der geeignete Körperteil für Entscheidungen der Kopf. Die Bürger hätten aber in ihrer großen Mehrheit jede Mengen innere Stimmen. Sie fürchteten sich mehr vor dem Islamismus als vor Klimaerwärmung, Krankheit, Altersarmut und Einsamkeit. "Lassen wir die Vernunft entscheiden. Damit wäre allen geholfen", bat der Bürgermeister.

Als weiteres Beispiel nannte der Bürgermeister die künftige gerechte Vergabe von Bauplätzen. Dabei sollten gezielt im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten die Familie, das Ehrenamt, die langjährig hier wohnenden oder arbeitenden Menschen gefördert werden.

Märkl zeigte sich dankbar, dass es in der Gemeinde ein ehrliches, vertrauensvolles Miteinander aller beteiligten Kräfte gebe. Er sei stolz auf das, was die Menschen in den Unternehmen und der Verwaltung im vergangenen Jahr zum Wohle der Bürger erreicht hätten. Eine ganze Reihe von kleinen und mittleren Familienunternehmen sei zum großen Teil seit mehreren Generationen in der Region verwurzelt. Die allermeisten davon engagierten sich seit Jahren auch für das Gemeinwohl. Sie brächten Menschen in Lohn und Brot, sicherten Kaufkraft und erwirtschafteten Steuereinnahmen, auf die die Kommune dringend angewiesen sei, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

Bezahlbares Wohnen

Mit der Sanierung des alten Forsthauses stellt sich die Gemeinde laut Märkl der Verantwortung zur Integration und schafft so neue Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. Die Gemeinde werde sich auch in Zukunft dafür stark machen, dass Wohnen auf dem Lande bezahlbar bleibt. Gleiches gelte für die vorschulische Betreuung und Förderung. Junge Familien fänden hier gute Bedingungen für die Unterbringung ihres Nachwuchses in zwei Kindergärten und der Krippe. Die Grund- und Mittelschule solle heuer saniert werden, kündigte er an.

Zum Abschluss seiner Rede wünschte sich Bürgermeister Märkl, dass seine Prognose hinsichtlich des Todes der Vernunft und der inneren Stimme mancher Menschen nicht wahr werde. "Suchen wir weiterhin das Gespräch, wie wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen, im Schulterschluss und zum Wohle der Mehrheit unserer Bürger meistern können", appellierte er.

Suchen wir weiterhin das Gespräch, wie wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen, im Schulterschluss und zum Wohle der Mehrheit unserer Bürger meistern können.Bürgermeister Alwin Märkl
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