23.03.2018 - 17:00 Uhr
Freudenberg

Ortsversammlung in Immenstetten Kanalisation und Wasserleitung in einem Aufwasch

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - so soll es in Immenstetten geschehen. Denn bei den Kanalisationsarbeiten in der Ortschaft soll, von den 94 Einwohnern in 22 Haushalten langersehnt, die rund 100 Jahre alte Wasserleitung erneuert werden.

Immenstetten erhält nicht nur eine Schmutzwasser-Kanalisation, sondern auch eine neue Wasserleitung. Behinderungen auf der Ortsstraße sind während der Baumaßnahmen unvermeidbar. Bild: sche
von Alfred SchornerProfil

Immenstetten. Thomas Drexler vom Büro Reuter und Seuß stellte der Dorfbevölkerung bei einer Informationsveranstaltung im Feuerwehrhaus die geplanten Maßnahmen vor. Im Zuge der Arbeiten an der Schmutzwasserkanalisation wird die Wasserversorgungsanlage erneuert, die nicht mehr den derzeitigen Anforderungen und Regeln der Technik entspricht.

Der Schmutzwasserkanal ist in einer Sohltiefe von rund 2,50 Metern geplant, er liegt somit unter der neuen Fernwasserleitung. Ein sehr enges Baufeld findet man in der Ortsstraße mit der Wasserleitung der Stadtwerke Amberg als Zwangspunkt - sie versorgt rund ein Drittel der Stadt -, den vorhandenen Regenwasserkanälen und der Ortswasserleitung. Zudem liegt hier ein schlechter Baugrund mit weichen, nur bedingt tragfähigen Böden vor.

Bei den Vorbesprechungen wurde vereinbart, dass die Stadtwerke Amberg die etwa 100 Jahre alte Fernwasserleitung bei den Arbeiten gleich mit erneuern. Die Entwässerung erfolgt im modifizierten Trennsystem. Hierzu werden die vorhandenen Straßen- und Oberflächenentwässerungskanäle sowie die Gewässerverrohrungen weiterhin zur Ableitung der Niederschlagswässer genutzt. Für die Ableitung des überwiegend häuslichen Schmutzwassers wird ein neues Freispiegelkanalsystem gebaut. Die Abwässer werden dem Schmutzwasserpumpwerk sowie über eine Abwasserdruckleitung der Kanalisation im Industriegebiet Nord der Stadt Amberg schließlich der zentralen Abwasserreinigung der Verbandskläranlage Theuern zugeführt.

Wegen der großen Kanaltiefen und der für eine offene Bauweise relativ ungünstigen Untergrundsituation in Verbindung mit hohen Grundwasserständen wird der geplante Kanal in der Ortsmitte in geschlossener Bauweise mittels gesteuertem Rohrvortrieb verlegt.

Die Kanalbaumaßnahme bewirkt einen nicht unerheblichen positiven Nebeneffekt. Immenstetten bezieht sein Trinkwasser aus der Versorgungsanlage Quellgebiet Urspring der Stadtwerke Amberg, und zwar direkt aus der Zubringerleitung. Der Versorgungsdruck fällt je nach Abnahme bis auf ein Bar ab. Daher benötigen die meisten Anwesen eine eigene private Hausdruckerhöhungsanlage. Ebenso ist im Brandfall der Löschwasserbedarf über das Versorgungsnetz nicht gewährleistet. Die Lösung ist ein Anschluss an das Versorgungsnetz der Stadtwerke Amberg im Bereich des Industriegebiets Nord. Der Vorteil: Es wird das gleiche Wasser wie bisher geliefert, aber eine zusätzliche Druckerhöhungsanlage ist nicht mehr nötig. Durch die neuen Wasserleitungen stellt sich ein statischer Druck von 5 bis 5,5 bar ein. Der kleine Löschwasserbedarf wird abgedeckt, die in den Haushalten vorhandenen Druckerhöhungsanlagen können im Normalfall außer Betrieb genommen werden.

Die aufgebrochenen Straßenflächen werden prinzipiell wieder hergestellt. Nur im Bereich der nördlichen Seitenstraße erfolgt ein neuer Ausbau auf der gesamten Trassenbreite. Während der rund eineinhalbjährigen Bauzeit werden Verkehrsbehinderungen sicherlich nicht vermeidbar sein. Bürgermeister Alwin Märkl appellierte an die Anlieger, das Gespräch mit der Gemeinde und den Baufirmen zu suchen und damit die Behinderungen auf beiden Seiten auf das kleinstmöglichste Maß zu beschränken. Die Kosten gab er mit rund einer Million Euro an.

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