05.03.2018 - 14:38 Uhr
Freudenberg

Staatssekretär informiert sich zu Aufzucht und Haltung in Unterpennading Füracker besucht Bio-Gockerl-Hof

Unterpennading, der kleine beschauliche Ortsteil der Gemeinde Freudenberg, hat hohen Besuch aus München bekommen: Staatssekretär Albert Füracker (CSU) schaute auf dem Bio-Gockerl-Betrieb der Familie Strobl/Graf vorbei. Der Politiker stellte sich dabei auch einer lebhaften Diskussion.

Noch sind es kleine Küken - bis zur Schlachtreife vergehen noch einige Wochen auf dem Bio-Gockerl-Hof in Unterpennading. Staatssekretär Albert Füracker (CSU) hat sich auf dem Hof von Landwirt Martin Strobl ein Bild von der Haltung der Gockerln gemacht. Bild: sche
von Alfred SchornerProfil

Martin Strobl beklagte sich bei Füracker, der selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammt, dass zum Beispiel Emissionsschutzrichtlinien ein Genehmigungsverfahren verzögerten. Außerdem appellierte der Landwirt: "Es müssen mehr leerstehende landwirtschaftliche Gebäude in den Dörfern genutzt werden. Eine Ansiedlung auf der grünen Wiese bringt nichts." Die Gelegenheit zur Aussprache mit dem Staatssekretär nahm auch der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Peter Bär, wahr.

Das Fazit von Füracker: "Wir brauchen die Bauern, aber die Politik kann nicht unternehmerische Entscheidungen treffen". Es sei wichtig, dass sich die Betriebe ihren familiären Situation anpassten und betriebswirtschaftliche Überlegungen mit einfließen ließen. "Es ist ein schwieriges Unterfangen, allen Betrieben - ob groß oder klein - gerecht zu werden." Strobl zeigte den Politikern zudem seinen Bio-Gockerl-Hof: Der ist seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz und wurde bis 2002 noch als Vollerwerbsbetrieb geführt. Zwischenzeitlich verpachtet, kamen 2013 erste Überlegungen auf, den Betrieb nach den Anbauregeln des Biolandverbands zu bewirtschaften. Bereits im September 2015 zogen die ersten Küken in das umgebaute Gebäude ein. "Im neuen Stall können etwa 2950 Tiere gehalten werden."

Aufgrund der Nachfrage von größeren Tieren werden nur noch 2500 Tiere eingestellt. Sie brauchen freilich mehr Platz. Bis zur Schlachtreife vergehen rund acht Wochen, erklärte Strobl. Ein Drittel der Lebenszeit hätten die Tiere die Möglichkeit, die Weide rund um den Stall zu nutzen. Abhängig vom Federkleid dürfen die jungen Gockel raus in den unbeheizten Teil des Stalls.

Dort gibt es neben Einstreu auch Spielmöglichkeiten wie Heuballen, Sitzstangen und flache Wannen mit Kaolinsand. Die Gockerl werden mit Biofutter gefüttert. Mit einem Schlachtalter von 54 bis 60 Tagen werden die Tiere per Hand eingefangen und während der Dunkelheit zum Schlachthof gebracht.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, allen Betrieben - ob groß oder klein - gerecht zu werden.Staatssekretär Albert Füracker (CSU)

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