Erstmals Kulturpreis in Freudenberg
Urgestein für Urgesteine

Da stehen sie in Reih' und Glied: Die Freudenberger Urgesteine, die der Heimat- und Kulturverein ab heuer jährlich oder im Zweijahres-Rhythmus als Ehrenamtspreis verleiht. Bilder: gri (2)
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Freudenberg
11.09.2017
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Xaver Hofmeister (rechts) zeigte den Mitgliedern des HKV, wie die Skulpturen im bis zu 1400 Grad heißen Glasofen entstanden sind.

Mit dieser Trophäe werden echte Urgesteine ausgezeichnet: Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg verleiht heuer erstmals einen Preis für ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde. Der Pokal geht an besondere Menschen und hat eine besondere Geschichte.

"Wir wollen in regelmäßigen Abständen Personen aus unserer Mitte öffentlich ehren, die sich jahrelang ohne viel Aufhebens um das Allgemeinwohl verdient machen", sagt Vorstandsmitglied Christian Nübler zum Sinn der Aktion. "Es gibt ja viele Leute, die still und leise dafür sorgen, dass unsere Dorfgemeinschaft so gut funktioniert."

Als Dank für Arbeit

Bereits vor drei Jahren sei die Idee bei einem der vielen Stammtische des Heimat- und Kulturvereins (HKV) geboren worden, blickt er zurück. "Diesem oder jenem müsste man mal einen Preis für seine unermüdliche Arbeit verleihen", sei damals der Tenor gewesen. Daraus habe sich der Gedanke entwickelt, einem "Freudenberger Urgestein" auf öffentlicher Bühne zu danken.

Nach einigem Grübeln stand dann auch die Form der symbolischen Auszeichnung fest: Der Preisträger soll tatsächlich ein Urgestein aus dem Granit des Johannisbergs erhalten, kunstvoll eingearbeitet in eine Glasskulptur. Für die künstlerische Ausgestaltung konnte der renommierte Glasmachermeister Xaver Hofmeister von der gleichnamigen Glasmanufaktur in Atzmannsricht gewonnen werden. Diplom-Geologin Angela Wirsing suchte zusammen mit den HKV-Mitgliedern die dazugehörigen Gesteinsbrocken aus und ordnete sie in die Erdgeschichte ein.

Jedes Stück einzigartig

Jetzt sind die Pokale fertig: Gleich 20 Trophäen für heuer und die nächsten Jahre hat der HKV bei der Glasbläserei abgeholt. Per Bus machte sich eine Delegation des Vereins nach Atzmannsricht auf. Die Übergabe erfolgte in einem feierlichen Rahmen, eingebettet in einen Glashütten-Abend mit Essen, Handwerksvorführungen und Musik. "Uns war wichtig, auch bei der Anfertigung des Preises auf Handwerk und Regionalität zu setzen", betont Vorsitzender Uli Piehler. Jeder einzelne Pokal sei individuell angefertigt. "Keiner gleicht dem anderen."

"Idealer Rahmen für die Preisverleihung ist unser Jahresrückblick kurz vor Silvester im Pfarrheim", erklärt zweite Vorsitzende Michaela Basler. Die erste Vergabe des neuen "Freudenberger Urgesteins" ist also für Samstag, 30. Dezember, geplant. Einen potenziellen Preisträger hat die Vereinsspitze schon im Blick. Der Name wird natürlich nicht verraten.

Zur Symbolik"Freudenberger Urgestein" nennt sich der Preis, den der Heimat- und Kulturverein jährlich oder im Zweijahres-Rhythmus an einen Menschen verleiht, der sich um das Gemeinwohl verdient macht, aber nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht. Dazu passt die Trophäe, die die Glasmanufaktur Hofmeister angefertigt hat.

Im Inneren der bunten Glaskugel befindet sich ein Freudenberger Urgestein - ein Felsstück, wie es tausendfach auf Äckern und an Wegrändern zu finden ist. "Oft werden diese Steine nicht beachtet, sie liegen einfach herum und sind doch etwas Besonderes", erklärt Vorstandsmitglied Gerhard Schulze.

Granite und Gneise mit Quarz- und Glimmer-Einlagerungen sind auf den Freudenberger Fluren zu finden. Sie sind bis zu 350 Millionen Jahre alt und erzählen die Geschichte, wie sich der Johannisberg, der Rotbühl und der Buchberg zum Naabgebirge formte. "Die Steine prägen unsere Heimat - genauso, wie die Menschen, die wir ehren wollen." (gri)
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