13.02.2018 - 18:20 Uhr
Freudenberg

Faschingszug Freudenberg: Fahrverbot für PS-starke Gefährte Vorfahrt für Fußgruppen

Ärztemangel auf dem Land? Den bekämpft die örtliche Landjugend. Und der Ochsenwirt-Stammtisch schlängelt sich als Gaudiwurm durch den Gaudiwurm. In Freudenberg ist die Fantasie grenzenlos am Faschingsdienstag.

von Kristina Sandig Kontakt Profil

Nix mit größer, stärker, lauter: Der Heimat- und Kulturverein ist als Veranstalter des Freudenberger Faschingszuges auf die Bremse getreten und hat PS-starke Gefährte und dröhnenden Boxen ein Fahrverbot in der Partymeile erteilt. Vorfahrt haben ganz klar die Fußgruppen. Und die beweisen viel Fantasie bei ihrer Kostümierung.

Den Zug, der diesmal aus Richtung Wutschdorf über die Hauptstraße zum Jakobiplatz führt, dort wendet und sich beim ehemaligen Lagerhaus auflöst, führt der Taferlbub des Faschingszug-Veranstalters an. Ihm folgen der örtliche Musikzug und die zackig marschierende Kinder- und Jugendgarde des Heimat- und Kulturvereins. Eine Lola Montez nach der anderen schickt der Vilsecker Heimat- und Kulturverein auf die närrische Flaniermeile, um für seine Burgfestspiele zu werben.

Vogelwuide (für alle Nicht-Oberpfälzer: vogelwilde) Weiber aus Freudenberg spannen kraftvoll ihre Flügel aus, hinweg über die Zuschauer in der vordersten Reihe. Das Oberland tanzt ganz schön flott Rock 'n 'Roll in der Feiermeile. "Da merkt man, dass im Oberland die Zeit stehen geblieben ist", spöttelt Moderator Andreas "Chicken" Hahn. Nicht "oho", nicht "helau", sondern "oh leck" heißt es bei der Freudenberger Bauernbühne, die mit einem kleinen Bulldog auf dem Catwalk der Narren tuckert. Den Ärztemangel thematisiert die Landjugend, ihre Krankenschwestern schwirren aus, um Medizin zu verabreichen - alkoholhaltig und rezeptfrei. Die kleinen Fußballer marschieren als Ballkünstler mit, der Musikverein Vilseck bläst den Narren den Marsch. Ein Hingucker ist mal wieder der Ochsenwirt-Stammtisch. Seine Mitglieder schlängeln sich als Gaudiwurm durch den Gaudiwurm - so geht wenigstens keiner verloren!

Zu "Jingle Bells" tanzen die Nikoläuse auf der Straße, die besinnliche Weihnachtszeit haben sie an diesem sonnigen Faschingsdienstag im Februar längst hinter sich gelassen. Ausgelassen feiern die Narren danach noch in Freudenberg weiter - bis der Kehraus die närrischen Tage wegfegt.

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Mehr Bilder vom Faschingszug im Internet:

www.onetz.de/bildergalerie

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