Groufaschousta vor einem Comeback
Alte Hausnamen bewahren

Ein Entwurf des Schildes: So ähnlich sehen die Tafeln mit den Hausnamen aus. Bild: exb
Vermischtes
Freudenberg
14.05.2017
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Noch vor wenigen Jahrzehnten ging man im Dorf zum Groufaschousta oder zum Gatnschmie. Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg will diese alten Hausnamen wieder ins Bewusstsein rücken.

(gri) Die Hausnamen hatten oft mit dem Namen des seinerzeitigen Besitzers des Anwesens nichts mehr gemein, verrieten jedoch meist noch etwas über dessen ausgeübten Beruf oder Eigenheiten. Der Familienname war oft Schall und Rauch, Straßenbezeichnungen sowieso. Oft waren die Hausnamen Jahrhunderte alt, wurden einmal vergeben und blieben auf dem Anwesen, auch wenn der Besitzer längst gewechselt hatte. Die Herkunft der Namen ist ganz unterschiedlich: die einfachsten Hausnamen waren übernommene Vornamen, wie zum Beispiel"beim Seppn" oder "zum Bartl"; aussagekräftiger waren schon berufsbezogene Namen wie "beim Weber" oder der "Schreiner". Sie ließen jedoch keinerlei Rückschluss auf die Namen einstiger Besitzer zu. Anders die aus einem Namensteil und dem Beruf zusammengesetzten Hausnamen wie der "Gatnschmie", der "Groufaschousta" oder der "Riesenweber" oder Namen nach Lage des Anwesens wie der "Bergbauer". Sinn für Humor steckt oft hinter Spitznamen, die zu Hausnamen mutierten.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Katasterpläne angefertigt und dabei häufig die Hausnamen dokumentiert, manchmal wurden diese sogar zu Flurnamen. Es waren Vermessungsbeamte aus der Pfalz, des Dialektes unkundig. Dabei kam es gelegentlich zu Bezeichnungen, deren Herkunft man heute erraten muss. Gleich wie, Hausnamen sind ein Stück Heimatgeschichte, erzeugen Identität und geben rückblickend häufig Auskunft über das Leben im Dorf. In Zusammenarbeit mit der LAG Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach will der Heimat- und Kulturverein den Hausbesitzern die Möglichkeit geben, ihr Anwesen mit dem Hausnamen zu versehen. Nach vorgegebenen Kriterien erfolgt die Gestaltung auf Acryl-Schilder (Maße: 35 mal 25 Zentimeter). Eine finanzielle Unterstützung über das EU-Förderprogramm Leader (60 Prozent der Netto-Kosten) kann nur zugesagt werden, wenn genügend Hausbesitzer ihr Interesse bekunden. Der Eigenanteil von 25 Euro ist vom Hausbesitzer zu tragen.

Interessierte Bürger können das Antragsformular für ein Schild auf der Seite www.hkv-freudenberg.de herunterladen. Hier finden sich auch weitere Details. Die Gemeindeverwaltung nimmt die ausgefüllten Formulare dann entgegen.
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