02.11.2017 - 15:58 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Sturm treibt Freudenberger Windkraft auf Hochtouren Strom-Rekord knapp verpasst

Die Herbststürme haben die Windenergieerzeugung, vor allem im Norden Deutschlands, kräftig durchgerüttelt - und die Stromnetze dort unter Druck gesetzt. Kein Problem für die Windenergieanlage in Hainstetten (Freudenberg), wie die Betreiber "Voltgrün" melden: Mit Sturmtief "Herwart" sei ordentlich Energie erzeugt worden - ganz ohne Netzengpässe.

Sturmtief "Herwart" hat den Betreibern der Freudenberger Voltgrün-Windkraftanlage (im Vordergrund) ordentlich Strom geliefert. "Erst am späteren Nachmittag hat sich der Wind etwas abgeschwächt und sogar die Sonne war über Hainstetten zu sehen ", teilt Geschäftsführer Stefan Trummer in einer aktuellen Bilanz mit. Bild: exb
von Heike Unger Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Voltgrün hatte im März 2016 die letzte Windenergieanlage im Raum Amberg-Sulzbach, in Hainstetten, in Betrieb genommen. Wie Geschäftsführer Stefan Trummer mitteilt, hätten die Windanlagen im Landkreis am Sonntag "wieder einen besonders hohen Anteil an der Stromerzeugung" gehabt. "Unter dem Einfluss des Sturmtiefs ,Herwart' lief die Windenergieanlage Freudenberg am Sonntag bis in den späten Nachmittag durchgehend auf Volllast", bilanziert Trummer: Dies entspreche einer Energieerzeugung von 3450 Kilowatt.

Keine Netz-Probleme

Über den gesamten Tag gesehen verzeichnete Voltgrün in Nabenhöhe der Anlage (140 Meter) eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit, die 54 km/h entspricht. "Vor allem in den frühen Morgenstunden haben wir aber auch Spitzenwindgeschwindigkeiten vom knapp dem Doppelten an der Anlage gemessen", informiert Trummer.

Aufgrund der guten Windbedingungen habe die Hainstettener Anlage "an nur einem Tag über 75 000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Windstrom ins regionale Mittelspannungsnetz" eingespeist. Dabei betont Trummer ausdrücklich, "dass wir bisher bei keinem unserer Vorhaben in Bayern jemals Netzengpässe, die eine Leistungsreduzierung der Windanlagen bedingt hätten, erlebt haben." Jede Kilowattstunde Windstrom sei vor Ort verbraucht worden.

"Wilfried" noch besser

"Den Energierekord für den Landkreis Amberg-Sulzbach haben wir leider um wenige Kliowattstunden (kWh) verpasst", teilt Trummer mit. Spitzenreiter sei damit weiter der 2. März 2017: An diesem Tag, als Sturmtief "Wilfried" über die Region fegte, habe die Windanlage Freudenberg mehr als 76 000 kWh Strom geliefert.

Laut dem Stromspiegel 2017 verbrauche ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in Deutschland im Schnitt 4000 kWh/Jahr, heißt es in einer Presseinfo von Voltgrün: "Somit konnte die Windenergieanlage in nur 24 Stunden den privaten Jahresstromverbrauch von knapp 20 Vier- Personen-Haushalten decken. Im Jahresdurchschnitt liefert die Windenergieanlage sogar den privaten Jahresstromverbrauch für über 1600 Vier-Personen-Haushalte."

Appell: Stromerzeugung in die eigene Hand nehmen

"Leider ist aufgrund der politisch schlechten Rahmenbedingungen in Bayern kein weiterer nennenswerter Ausbau der Windkraft abzusehen", bedauert Voltgrün-Geschäftsführer Stefan Trummer gegenüber der AZ.

"Aufgrund der 10H-Vorschrift und der Ausbaubegrenzung der erneuerbaren Energien durch das neue EEG 2017 verfolgen wir in Bayern derzeit nur noch ein Windkraftvorhaben im Nachbarlandkreis Schwandorf."

Die Potenziale der Windkraft-Nutzung sind laut Trummer im Landkreis wie auch in der gesamten nördlichen Oberpfalz sehr hoch. "Wir müssen uns nur wieder trauen, die regionale Stromerzeugung in die eigene Hand zu nehmen und trotz aller politischer Querelen den Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort voranzutreiben", lautet sein Appell. Moderne Photovoltaik- und Windkraftanlagen seien, " unter Einberechnung alle Gestehungs- und vor allem auch Folgekosten", jetzt schon mit "im Schnitt vier bis acht Cent Vergütung je kWh konkurrenzlos wettbewerbsfähig, vor allem aber auch nachhaltig". Wenn die Betriebsdauer abgelaufen sei, "können wir unsere Wind- und Photovoltaikanlagen innerhalb weniger Wochen rückstandslos zurückbauen", und zwar ohne dass sich folgende Generationen Gedanken "über die Endlagerung der erzeugten Giftstoffe machen müssen". (eik)

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