08.03.2018 - 20:00 Uhr
Freudenberg

Tag der offenen Tür an Freudenberger Schule Mittelschule wird unterschätzt

Ein guter Abschluss an einer Mittelschule ist für alle Seiten besser als ein missglückter, frustrierender Startversuch am Gymnasium. Dies verdeutlicht die Rektorin der Freudenberger Schule, Gabriele Krettner, beim Tag der offenen Tür.

Richtig zulangen dürfen in erster Linie die Mädchen am Übungskopf für angehende Friseurinnen. Bild: usc
von Autor USCProfil

Die Veranstaltung war verpflichtend für die Viert- und Fünftklässler der Schule. "Für letztere ist dies ein hervorragender Anlass zu zeigen, was in ihnen steckt, was sie täglich leisten und zustande bringen - und dass sie dabei auch noch Freude und Spaß haben", sagte Krettner. Die Mittelschule Freudenberg stehe für ein familiäres Miteinander und damit auch für eine sehr individuelle Betreuung, aber auch für Innovation, etwa im Umgang mit neuen Medien.

Im Bewusstsein, dass die Eltern von Kindern der relevanten Jahrgangsstufen auch Infoveranstaltungen an anderen Schulen besucht haben, stellte Krettner fest: "Als weiterführende Schule nutzen wir die Gelegenheit, uns als Mittelschule vorzustellen, die in meinen Augen zunehmend einen zu geringen Stellenwert hat." Die Eltern bat sie zu bedenken, dass man auch Berufe wie Bäcker, Elektriker oder Friseure brauche.

Krettner sagte bei der Eröffnung des Tags der offenen Tür: "Vielleicht sollten wir alle wieder umdenken. Nicht die höhere Schulbildung erzeugt mehr Leistung und mehr Können, sondern die für jedes Kind richtige." Durch ihre Lotsentätigkeit am Gymnasium habe bei ihr ein Umdenken stattgefunden, denn in dieser Zeit habe sie zu viele Kinder unglücklich, frustriert und gescheitert erlebt. Im Gegenzug habe sie aber viele Mittelschüler erlebt, "die fröhlich waren, die ihre Aufgaben gemeistert haben und selbstbewusst ins Berufsleben und eventuell in eine spätere weitere schulische Weiterbildung eingestiegen sind".

Für einen schwungvollen Auftakt sorgten Tanzpaare der Schule mit der Aufführung des Wutschdorfer Mühlrads, zu dem Kilian Ries und Aaron Deierl im Beisein von Bürgermeister Alwin Märkl und Alt-Bürgermeister Norbert Probst zünftig aufspielten. Zehn verschiedene Stationen hatte die Schule für die Eltern und Schüler vorbereitet, unter anderem auch Präsentationen von Handwerksberufen. In der Schulküche beispielsweise zeigte Marco Ries, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Wutschdorf, wie man den Teig für Brezen rollt, um ihn dann in die richtige Form zu bringen.

Peter Göbl von der Firma Holz Bösl, ein Freudenberger, stellte den Kindern seinen Beruf als Trockenbaumonteur vor. Dass dabei auch Lasertechnik zum Einsatz kommt, erstaunte manchen Besucher. In der Aula der Schule schließlich traf man vor allem Mädchen an, die an einem Übungskopf erste Versuche als angehende Friseurinnen unternahmen.

Das Arbeitsamt Amberg hatte einen Informationsstand zur Berufsberatung und Berufseinstiegsbegleitung. Praxisnah war auch die Berufsorientierung bei Kolping. Fachlehrer Hans Ram ließ seine Klasse im Werkraum Arbeiten mit Holz, Metall und Kunststoff vorführen. Ein von der Schule selbst produziertes Video zeigte, wie man sich erfolgversprechend im Vorstellungsgespräch präsentiert. Das Lernen am Computer an einer Mittelschule war ein weiteres Informationsangebot.

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