Viele Besucher bei der Wutschdorfer Herbergssuche
Mit Maria und Josef unterwegs

Die Freudenberger Bauernbühne führte in Wutschdorf die Herbergssuche als Marschiertheater auf.
Vermischtes
Freudenberg
21.12.2016
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Die Engel versuchten, den Teufel von seinem Plan abzubringen und nicht nach dem Leben des Kindes zu trachten, sondern das Leben auf Gott auszurichten. Bilder: bas (2)

"Gebt's Maria, Josef und dem Christuskind aa an Platz in eirem Herzen." So lautete die eindringliche Bitte des Hirten am Anfang der Wutschdorfer Herbergssuche. Eine große Anzahl von Besuchern hatte sich auf dem Wutschdorfer Kirchplatz eingefunden, um die Suche von Maria und Josef nach einem geeigneten Quartier mitzuverfolgen.

(bas) Das Marschiertheater, gespielt von der Freudenberger Bauernbühne, wurde vom Männergesangverein Johannisberg und den Bläsern des Musikvereins stimmungsvoll mitgestaltet. "Wir alle wolln heit mitanand den Weg nach Bethlehem gaih, so wia ihn vor guat 2000 Joahr Maria und Josef ganga san", forderte der Hirte (Hubert Basler) die Zuschauer auf.

Am Anfang führte das Bläserquartett die Besucher mit einem festlichen Musikstück auf die Herbergssuche "Wer klopfet an?" von Erika Eichenseer hin. Die feierliche Stimmung wurde durch die Beleuchtung des Christbaums und durch Windlichter verstärkt. Vom Kirchplatz aus zogen Maria (Eli Meier) und Josef (Felix Roggenhofer) zusammen mit den Besuchern zum Unterwirt.

Unterwirt ohne Mitleid

Nach dem Lied "O lieber Hauswirt mein" mit dem Männergesangverein Johannisberg versuchten die beiden beim Unterwirt (Andreas Schönberger), ein Quartier für die Nacht zu finden. Geldgierig wie er war, hatte dieser aber kein Mitleid, weder mit ihnen noch mit der Flüchtlingsfrau aus Syrien (Corinna Rumpler) und ihren Kindern (Anton Schönberger, Felix Schißlbauer, Josefine Bauer), die sich Josef und Maria angeschlossen hatten. Der Mann schickte sie schimpfend weiter, die Unterwirtin (Monika Altmann) steckte ihnen jedoch heimlich eine warme Decke zu. Niedergeschlagen machten sich Maria und Josef weiter auf die Suche nach einer Unterkunft.

Erstmals mit Teufel

Der Schauplatz der nächsten Szene lag an der Kirchenmauer. Dort wurden die Zuhörer bereits von Bläsern und Engeln (Anna-Lena und Kathi Zweck) erwartet. Eindringlich forderten diese den Teufel (Norbert Altmann) auf, seine Pläne zu ändern und nicht nach dem Leben des Kindes zu trachten, sondern das Leben auf Gott auszurichten. Der Teufel, ein Novum bei einer Herbergssuche - er verkörperte das Böse und Schlechte im Menschen - ließ sich nicht von seinen Plänen abbringen: "Werd's scho richtn, werd's scho schlichtn, heit no - wer i di vernichtn!"

Die Sänger des MGV Johannisberg eröffneten mit "Es nahen sich die Stunden" die nächste Station bei der Malzmühle. Auch hier versuchte der Teufel mit allen Mitteln, den gutherzigen Bräuwirt (Klaus Dotzler) dazu zu bringen, Josef und Maria abzuweisen, wenn diese ihn um ein Nachtquartier bitten. Als alles Zureden nichts half, drohte der Teufel dem Wirt mit schlimmen Folgen. Der schickte Maria und Josef, als sie um eine Herberge baten, scheinbar weiter. "Du host Macht über mi und alle Menschen, aber Macht übern Herrgott host du niat", sagte der Bräu, täuschte den Teufel und wies den beiden einen Stall zu, wo sie unterkommen konnten.

Schauspieler und Zuschauer zogen dann zum Neuwirt im ehemaligen Haberl-Anwesen. Die Bläsergruppe spielte dort lustig zum Tanz auf. Die Gäste und Musikanten gingen schließlich nach Hause, nur ein junger Bursch (Johannes Altmann) blieb. Doch der Neuwirt (Benno Schißlbauer) und seine Frau (Luise Schwarz) hatten kein Einsehen mit ihm, den seine Eltern wegen seines Lebenswandels aus dem Haus geworfen hatten, und wiesen ihm die Tür. Josef und Maria nahmen sich seiner an und machten ihm Mut. "Kumm mit und verzag niat. Wir werdn des Liacht finna, des uns verheißen is", sagte Maria zu dem jungen Mann. Nach "Gaih, Hansl, pack dai Packerl zsamm, wir gehn nach Bethlehem" durch den MGV machten sich die Zuhörer gemeinsam mit Josef und Maria auf den Weg zum Pfarrersstadl, wo sie vom Bläserquartett musikalisch empfangen wurden.

Dort waren alle Gastwirte mit ihren Frauen versammelt. Alle schilderten ihre Erlebnisse mit dem seltsamen Paar, besannen sich schließlich auf ihre Nächstenliebe und bereiteten Josef und Maria einen warmen Unterschlupf in einem Stall. Tief beeindruckt waren alle von der Syrerin, die, obwohl sie selbst nur wenig besaß, ein kostbares Tuch schenkte, damit das Neugeborene in der Krippe gut liegen konnte. Der Teufel musste sich geschlagen geben. Als die Engel noch einmal auftraten, wurde auch der letzte Besucher von der feierlichen Stimmung erfasst und stimmte in das gemeinsame "Macht hoch die Tür" ein. Der Pfarrgemeinderat bot im Anschluss Glühwein und Lebkuchen an.
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