12.07.2017 - 20:48 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Hannes Ringlstetter im "Gwäxhaus": Rock statt Rosen

Dort, wo normalerweise Rosen, Dahlien, Rittersporn und andere Blumen zarte Düfte verbreiten, riecht es am Sonntag nach Wiener Würstln, Senf und Bier. Dazu wummerten die Boxen, die Scheiben vibrieren. Eine Gärtnerei geht fremd.

von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Güttern. Statt Blütenarrangements ist an diesem Abend in der Gärtnerei Schinner ein fetziger Stilmix im Angebot. Innerhalb von nur einem Jahr präsentiert Hannes Ringlstetter mit Band zum zweiten Mal sein Programm "Paris - New York - Alteiselfing". Rund 300 Besucher kommen, um den Künstler in der "Gwäxhaus"-Atmosphäre zu erleben.

Einer freut sich auf diesen Abend besonders: der Erbendorfer Michael "Michl" Thomas. Er ist der Taktgeber der Ringlstetter-Band und hat quasi ein Heimspiel. Schlappe 13 Kilometer sind es bis nach Erbendorf. Das beschert ihm zwischen den Auftritten in Nürnberg und Bayreuth ein paar zusätzliche Stunden bei der Familie. Die Ehefrau, die beiden Kinder und viele Freunde sind da, um den "Michi" auch mal wieder live zu sehen. "Unser Schlagzeuger ist heute besonders gut gelaunt, weil er von hier stammt", sagt Ringlstetter - Beifall brandet auf.

Natürlich gibt es auch wieder ein paar obligatorische Witze über die Oberpfälzer Mundart von Thomas, die in der Band manche noch immer nicht so recht verstünden. "Michi" nimmt es - wie immer - mit Humor. "Wir sind einfach eine tolle Truppe. Es macht Spaß, in dieser Band zu spielen", versichert der Drummer. Auch der Bandleader ist besonders gut drauf - vielleicht wegen der ungewöhnlichen Atmosphäre, die fast schon ein bisschen familiär ist. Am Nachmittag hat man gemeinsam gegrillt, nach dem Konzert geht es zur Erfrischung in den Badeteich nebenan. "Groupies sind willkommen", so Ringlstetter schmunzelnd.

Vorher fließt auf der Bühne jedoch kräftig der Schweiß. Im Mittelpunkt stehen die Songs der Scheibe "PNYA". Mit dem Titelsong "Hier bau ma auf, hier bau ma ab" tritt die Band eine etwa zweistündige musikalische Reise an, gewürzt mit vielen wahren und erfundenen Geschichten sowie witzigen Anekdoten, die im Laufe der vielen Tourjahre zusammengekommen sind. Jochen "Gurke" Goricnik (Gitarre), Edgar Feichtner (Blasinstrumente), Georg "Girgulum" Schießl (Tenorgesang, Trommel und Tanz), Michael Thomas (Schlagzeug), Sebastian "Stitzi" (Gesang) und Christian "Shadow Schmalz" (Keyboard) bieten mit ihrem Stilmix eine tolle Show. Sie spannen den Bogen vom Würstelstand in Wien bis zum Landjugendausflug nach Ungarn, vom Baggersee in Bayern bis zur Vollmondnacht in Oberammergau (mit den Zuschauern als heulende Wölfe). Nicht fehlen dürfen natürlich "Niederbayern", Ringlstetters Hymne an die Heimat und ein Song von Johnny Cash, den der Entertainer ungemein fetzig und authentisch rüberbringt.

Der Funke springt sofort über, auch weil Ringlstetter keinen Hehl daraus macht, dass er selbst ein "Landei" ist und weil er weiß, wie es in der Provinz zugeht. Die Tatsache, dass er sogar Besuchern aus Weiden nicht das Attribut "Städter" zuerkennen will, kommentieren die Gäste mit Gejohle. Natürlich darf die Band nicht ohne Zugaben von der Bühne.

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