07.04.2014 - 00:00 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Amphibienschutzzaun entlang der Friedenfelser Bergrenn-Strecke Lebensretter für Frösche und Co.

An der Staatsstraße 2121 zwischen Friedenfels und Poppenreuth wurde ein Amphibienschutzzaun errichtet. Robert Mertl (links), Josef Schmidt und Freiherr Eberhard von Gemmingen Hornberg (von rechts) dankten deshalb Rainer Hutterer von der Straßenmeisterei Tirschenreuth und Johann Baumer vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach (Zweiter und Dritter von links) für die rasche Hilfe. Bild: bsc
von Bernhard SchultesProfil

Es sind nur 150 Meter, aber jeder einzelne rettet künftig auf der legendären Bergrennstrecke zwischen Friedenfels und Poppenreuth Hunderte Amphibien vor den sicheren Tod. Alljährlich kommt es zwischen März und April zu einem Massensterben von Molchen, Kröten, Fröschen und Salamandern, wenn diese bei der Wanderung zu ihren Laichgewässern Straßen überqueren müssen.

Einer Marktredwitzerin war die Wanderung der Amphibien vom Heinbach zum gegenüberliegenden Griesweiher aufgefallen. Dies schilderte sie dem 2. Vorsitzenden des Vereins Kulturlandschaft Südlicher Steinwald, Robert Mertl aus Friedenfels. Der Landschaftsarchitekt bemühte sich nach einer Besichtigung des "Tatorts" umgehend um eine geeignete Maßnahmen und fand mit Johann Baumer vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach und Rainer Hutterer von der Straßenmeisterei Tirschenreuth sofortige Unterstützung.

Da Straßenmeistereien Amphibienleiteinrichtungen vorhalten, war die Umsetzung vor Ort rasch erledigt. Rainer Hutterer errichtete mit einigen Helfern an einen halben Arbeitstag den Schutzzaun. Die Tiere werden zu elf vergrabenen Eimern geleitet. Dort werden sie eingesammelt, auf die andere Straßenseite gebracht und am Laichgewässer wieder freigelassen. Die Kontrolle der Einrichtung und die Auflistung der gefangenen Tiere am frühen Morgen und späten Abend teilen sich Robert Mertl und Josef Schmidt vom Verein "Kulturlandschaft Südlicher Steinwald". Allein der Donnerstag war rekordverdächtig. "119 Tiere haben wir aus den Eimern geholt und über die Straße getragen", sagt Robert Mertl.
Eine stationäre Schutzeinrichtung ist dort nicht möglich, weil hier Durchlässe mindestens 1,80 Meter unter der Straße notwendig gewesen wären. Bei dieser Tiefe wäre der Griesweiher ausgelaufen.

Ein Dankeschön sagte der Vorsitzende des Naturparks Steinwald, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg. Der Naturschützer dankte für die rasche Umsetzung der Maßnahme dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, vor allem aber den ehrenamtlichen Helfern.

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