11.02.2014 - 00:00 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Bio-Landwirt Josef Schmidt präsentiert im Europäischen Parlament das Projekt Ökoregion In Brüssel Werbung für Steinwald

Von einer nicht alltäglichen Reise kehrte Josef Schmidt zurück: Der junge Bio-Bauer aus Erbendorf vertrat Deutschland beim 2. Europäischen Kongress für Junglandwirte in Brüssel. Bei der Konferenz im Europäischen Parlament ging es um die Zukunft der Landwirtschaft, insbesondere um die Chancen von jungen Menschen, die den elterlichen Hof übernehmen.

von Bernhard SchultesProfil

Organisiert war der Kongress von der christdemokratischen EVP-Fraktion, der aus Deutschland die Europaabgeordneten von CDU und CSU angehören. Der agrarpolitische Fraktionssprecher, Albert Deß aus Neumarkt, freute sich ganz besonders, dass ein bayerischer Vertreter den Kollegen aus ganz Europa ein Erfolgsmodell der heimischen Landwirtschaft präsentieren konnte.

Schmidt ist Besitzer des zertifizierten "Bioland"-Betriebs Grenzmühle am Fuße des Steinwaldes zwischen Friedenfels und Erbendorf. Der Landwirt stellte den versammelten Berufskollegen und Politikern aus ganz Europa das Projekt "Ökoregion südlicher Steinwald" vor. Begleitet wurde Josef Schmid von der Landshuterin Katharina Viehhauser, die für ihre Bachelor-Arbeit über die zukünftige Naturpark-Steinwald-Infostelle Grenzmühle den Biobetrieb kennengelernt hatte.

Mehrsprachig unterwegs

Die Studentin bestätigte erlebnisreiche Tage bei der Präsentation in Brüssel und zollte dem Junglandwirt Anerkennung für seinen "super Vortrag". Im Parlament fand das Projekt demnach großen Anklang. Viel Spaß hatte man auch beim Dinner oder beim abendlichen Ausgang der Junglandwirte in Brüssel: "Der Josef unterhielt sich in Englisch, Französisch, Holländisch, Südtirolerisch und Kroatisch. Alle wissen nun, wo der Steinwald ist."

Applaus von Kollegen

Wenn es auch außerhalb des Parlaments viele andere Eindrücke gab, ging es beim Kongress umso ernsthafter zu. Josef Schmidt nahm bei seinem Vortrag und besonders bei Diskussionen während der Pausen kein Blatt vor den Mund, um auf die Probleme in der Landwirtschaft hinzuweisen. Viel Applaus bekam sein offizieller Beitrag über die "Ökoregion südlicher Steinwald", die in alle Sprachen der anwesenden Landwirte übersetzt und per Kopfhörer übertragen wurde.

Gepunktet hat Josef Schmidt auch mit eindrucksvollen Bildern aus dem Steinwald und der Ökoregion. Der Landwirt lobte deshalb bei der Rückkehr seinen Freund Robert Mertl und den Verein "Kulturlandschaft südlicher Steinwald", die ihn bei der Vorbereitung umfangreich unterstützt hatten. Bei einer kleinen Feier dankte Schmidt auch dem Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, Ulrich Härtl, der die Kontakte hergestellt und die Bewerbung unterstützt hatte.

"Zukunft in Ökologie"


Die Tatsache, dass ein Landwirt aus dem Steinwald Deutschland vertreten durfte, stimmte Härtl ebenso fröhlich wie Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg, der sich seit Jahren für eine naturnahe Bewirtschaftung der Steinwaldregion stark macht. Er gratulierte Josef Schmid zu seinem Einsatz: "Die Zukunft der Landwirtschaft liegt in der Ökologie."

Sieger der Herzen

Zweitrangig war nach der Rückkehr aus Brüssel, dass die Bewerbung "Ökoregion südlicher Steinwald" nicht zum Siegerprojekt, immerhin mit 10 000 Euro dotiert, gekürt wurde. Katharina Viehhauser: "In der Jury war leider kein Deutscher, sie bestand aus Spaniern und Vertretern der östlichen Länder. Viele haben uns aber am Ende extra noch gratuliert und waren ganz begeistert. Wir fühlten uns deshalb als die Sieger der Herzen - hilft zwar finanziell nicht, aber ist doch ganz angenehm." Gewonnen hat ein Projekt aus Holland.

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