Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg wendet sich gegen "wildfeindliche Ideologien der ...
Wald und Wild gehören zusammen

Lokales
Friedenfels
03.05.2013
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Den Waidmännern aus dem Herzen sprach Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg bei der Hegeschau, als er in seinem Vortrag auf Wald und Wild und die Verantwortung dafür einging. Der Baron sah den Rotwildbestand in Bayern rückläufig, die enormen Abschuss- und Bestandszahlen des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr verzerrten das Bild. Allein dort werden etwa 20 Prozent der bayerischen Rotwildstrecke erlegt.

Das Schwarzwild bezeichnete der Redner als das größte Problem-Tier. Die Gründe für die ständige Zunahme seien vielfältig: milde Winter, vermehrter Maisanbau, häufigere Mastjahre im Wald, übertriebene Kirrung, ungleichmäßig intensive Bejagung. "Wir Jäger sind zurzeit ganz offensichtlich nicht in der Lage, die Bestände großflächig und längerfristig abzusenken." Man werde die Jäger daran messen, wie sie mit der Regulierung von problematischen Wildbeständen umgehen.

"Wenn wir das Schwarzwild nicht in den Griff bekommen, dann wird die Politik nach anderen Wegen suchen. Und die sind dann ziemlich sicher für uns Jäger nicht besonders lustig." Dann werde ganz schnell das Reviersystem in Frage gestellt und die Jagd vielleicht an staatliche Organe übertragen.
Als Waldbesitzer und Förster kann man sehr gut mit viel Rehwild leben. Dazu reichen auch acht Monate Jagdzeit vollkommen aus. Wald und Wild gehörten einfach zusammen. Nur eine übermäßig starke Forstlobby ignoriere diese Tatsachen. An den forstlichen Fachhochschulen und Universitäten werde das Wildtier zum Hauptfeindbild im Wald erkoren. Die Studenten lernten nur zwei Gleichungen: "Wild ist Wildschaden" und "Wildschaden ist Abschuss erhöhen".

Der Referent sprach von einem Versagen der forstlichen Fakultäten. "Sie werden ihrem wissenschaftlichen Auftrag nicht gerecht." Der Freiherr wandte sich gegen wildfeindlichen Ideologien. "Förster, Bauern und Jäger sitzen im gleichen Boot. Auch die Naturschützer. Die meisten haben es nur noch nicht gemerkt."
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