20.12.2012 - 00:00 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Exkursion der Fachoberschule Schönbrunn - Infos zum Artenhilfsprojekt Flussperlmuschel Naturnaher Unterricht im Steinwald

Der Naturpark Steinwald präsentierte sich als profunder Ausbilder. Acht Schüler der Staatlichen Fachoberschule Schönbrunn bei Landshut waren zwei Tage im Biolandhof Grenzmühle zu Gast.

von Bernhard SchultesProfil

Zum Erlangen der "grünen" Fachhochschulreife müssen die jungen Absolventen für Agrarwirtschaft mit den Ausbildungsschwerpunkten Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Ernährung und Umweltsicherung zahlreiche praktische Einsätze nachweisen. Die Familie Schmidt (Hofbetreiber) und Landschaftsarchitekt Robert Mertl, Betreuer zahlreicher Projekte im Naturpark Steinwald, waren bei der Exkursion der Fachoberschule für die fachpraktische Ausbildung zuständig.

Der Unterricht der Schüler gliedere sich in einen allgemeinen und fachbezogenen Unterricht sowie eine fachpraktische Ausbildung, informierte Begleiter und Ausbilder Joachim Renner. Er freute sich in der Begrüßung auf die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Naturpark. Ins Rollen kam sie bei einer Pflanzaktion in Niederbayern. Josef Schmidt von der Grenzmühle war vor Ort und stellte den Kontakt her.

Joachim Renner war sofort angetan und dankte den Verantwortlichen des Naturparks Steinwald für die angebotene Betreuung. Fürs Frühjahr wurde der Besuch einer weiteren Gruppe vereinbart. "Die Fachoberschule sucht ständig Bereiche, wo die Schüler mitarbeiten können und ihr Know-how für die spätere Berufswelt erlangen", so Joachim Renner.
Besonders interessant war für die Fachoberschule das Artenhilfsprojekt des Naturparks Steinwald zur Erhaltung der Flussperlmuschel. Bevor es aber hinaus in die Natur des Steinwalds ging, stellte der Friedenfelser Projektleiter Robert Mertl im kleinen Informationshaus die bereits durchgeführten Maßnahmen vor.

Schwarzerle statt Fichte

Mit finanzieller Unterstützung konnte der Naturpark Steinwald in den Kernbereichen der Muschelvorkommen die vorhandenen Fichtenwälder entlang der Bachläufe in naturnahe Schwarzerlenbestände umbauen, so der Projektbetreuer. Zur Verhinderung von Feinschlammeinträgen wurden Waldwege befestigt. Und damit Bachforellen künftig wieder ungehindert ihre Laichplätze erreichen können, wurden zahlreiche Überfahrten und Furten für Fische passierbar gemacht.

Am nächsten Tag kamen Hammer, Nägel und Zangen zum Einsatz, um Zäune der Rotviehbestände auf den Weiden zu warten und Schäden auszubessern. Dabei erfuhren die Gäste aus Schönbrunn viel Interessantes über die Tierart, die artgerechte Haltung, Naturschutz und die Erzeugung gesunder Lebensmittel. Mittels Powerpoint-Präsentation informierte Robert Mertl in der Gaststube über die einmalige Kulturlandschaft des Steinwaldes. Er zeigte vielfältige Naturschutzmaßnahmen, die zum Erhalt von Eisvogel, Arnika und Schwarzstorch beitragen und ging auch auf den Tourismus ein. Erläuterungen zu Reptilien wie Waldeidechsen und Kreuzotter ließen die Gäste aufhorchen.

Großes Lob

Beim Abschied dankte Joachim Renner den Verantwortlichen und Betreuern der Arbeitsprojekte des Naturparks Steinwald für ihr Engagement und lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Dank zollte er auch der Familie Schmidt für die ausgezeichnete Bewirtung auf dem Biolandhof Grenzmühle.

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