18.08.2013 - 00:00 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Naturliebhaber beobachten Fledermäuse bei ihrer Jagd nach Insekten - Experten informieren "Bat-Detektor" macht Laute hörbar

Sie fliegen mit den Händen und sehen mit den Ohren. Fledermäuse findet man vielerorts in dunklen Gemäuern, feuchten Kellern oder dusteren Ecken. Dort fühlen sich die kleinen Tiere wohl. Auch im Landkreis Tirschenreuth sind die Jäger der Nacht vielerorts ansässig. Einen Einblick in das Leben der kleinen Flugakrobaten erhielten Naturliebhaber und Interessierte beim Treffen der Fledermausbetreuer auf der Grenzmühle.

von Bernhard SchultesProfil

Robert Mertl, der zweite Vorsitzende des Vereins "Kulturlandschaft südlicher Steinwald", freute sich über das Interesse und begrüßte die Experten Markus Liebl und Toni Wolf von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Tirschenreuth. Mertl führte die Exkursionsteilnehmer kurz ein und stellte die Modellregion Grenzmühle mit ihrem ökologischen Landbau vor.

Verständnis wecken

Als der Fledermausexperte Toni Wolf das Wort ergriff, spürte man sofort das große Fachwissen. Fledermäuse besser ins Bewusstsein bringen und in der Bevölkerung Verständnis wecken für die nützlichen Tiere, das ist das Ziel des Experten an der Unteren Naturschutzbehörde. Nicht mit Lob sparte Wolf dabei für die Grenzmühle. Im Sommer seien hier viele Fledermausbeobachtungen möglich. Zum einen liege es an den guten Strukturen, wie der extensiven Bewirtschaftung des Graslandes, sowie an den zahlreichen Waldsäumen mit vielen Quartiermöglichkeiten an den vorhandenen Gebäuden, den Bretterverschalungen und den alten Kellern für die Winterquartiere, so der Experte.

Kulturfolger

Bevor es dunkel wurde und die Teilnehmer das Gebiet rund um die Grenzmühle erkundeten, stellte Wolf einen Großteil der in Bayern vorhandenen Nachtjäger anhand von Präparaten vor. Mancher Exkursionsteilnehmer hielt dabei zum ersten Mal die Jäger der Nacht in den Händen. Die Tiere sind weitgehend Kulturfolger im engen Umfeld des Menschen, fuhr Toni Wolf fort. "Die meisten sind Gebäudefledermäuse und auch baumbewohnende Arten."

"Sehr viele Fledermausarten wurden von der Unteren Naturschutzbehörde erfasst", unterrichtete Wolf weiter. Schwerpunkt dabei war die Scheunenkartierung im Landkreis über mehrere Jahre. Dabei wurden viele Quartiere von den Spaltenbewohnern gefunden. "Eine Überraschung war das große Vorkommen der Mopsfledermaus. Die vielen Wochenstuben stellen dies zudem unter Beweis." Mittlerweile liege ihr Verbreitungsschwerpunkt in ganz Bayern sowie im benachbarten Tschechin.

Mit Ultraschall-Tönen spüren sie ihre Beute in der Luft auf, fuhr Markus Liebl, Fledermausbetreuer des Landkreises Neustadt an der Waldnaab, fort. Für Menschen seien die Rufe der Nachtjäger fast unhörbar. Doch mit dem sogenannten "Bat-Detektor", einem kleinen Gerät, das die Schreilaute umwandelt und auch für Menschen hörbar macht, könne man die Nachtschwärmer orten und die kühnen Jagdflüge der vorbeigleitenden "Kobolde der Nacht" am Abend verfolgen. Auch bei der Identifizierung der verschiedenen Arten leiste das kleine Gerät wertvolle Dienste.

Knattergeräusche

An den umliegenden Weihern hatten die Exkursionsteilnehmer das Glück, die heimischen Wasserfledermäuse bei ihrer Jagd verfolgen zu können. Immer wieder ertönten auf dem "Bat-Detektor" die für diese Art typischen Knattergeräusche und die Natur- und Tierliebhaber sahen die schwarzen Schatten über die Wasseroberfläche huschen. Die Teilnehmer konnten dabei erahnen, dass die Wasserfledermaus und ihre Verwandten enorme Insektenvertilger sind.

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