11.03.2018 - 16:06 Uhr
Friedenfels

Ausstellung "Faszination Moor" im Rathaus Fuchsmühl Eine geheimnisvolle Welt

Eine spannende Naturerlebnisreise erwartet die Besucher ab Donnerstag bei der Ausstellung "Faszination Moor" im Rathaus. Zu sehen sind auch einzigartige Fotoaufnahmen.

Auf eine einzigartige Ausstellung zum Thema "Faszination Moor" in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamtes für Umwelt freuen sich (von rechts) Bürgermeister Wolfgang Braun und die Verantwortlichen des Naturparks Steinwald, 1. Vorsitzender Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg und Geschäftsführer Ernst Tippmann. Bild: bsc
von Bernhard SchultesProfil

Fuchsmühl. Einen Ausflug in eine geheimnisvolle Welt bietet ab den 15. März, das Foyer des Rathauses. "Faszination Moor" lautet der Titel der Ausstellung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt in Kooperation mit dem Naturpark Steinwald und der Gemeinde Fuchsmühl. "Die Besucherinnen und Besucher werden viel über die klimawichtigen Kohlendioxidspeicher und Landschaftswasserspeicher erfahren", meinten Bürgermeister Wolfgang Braun und die Verantwortlichen des Naturparks Steinwald, 1. Vorsitzender Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg und Geschäftsführer Ernst Tippmann bei der Vorstellung.

Fachkundige Unterstützung

Stolz zeigte sich Tippmann zudem, dass er von fachkundigen Mitgliedern des Naturparks Steinwald unterstützt wird. Zur Ausstellung steuern Landschaftsarchitekt Robert Mertl, Förster Wolfgang Schödel und Hobbyfotograf Dr. Siegfried Steinkohl viele Informationen und einzigartige Fotos bei und nehmen dadurch die Besucher mit auf eine spannende Naturerlebnisreise bis hin zur Entstehungsgeschichte. Ernst Tippmann: "Besonders in den niederschlagsreichen Hochlagen des Steinwaldes schaffte die Verwitterung von Granit zu Kaolin und Ton die grundlegende Voraussetzung für die Entstehung der "Lohen", wie man die Moore hier früher nannte.

Lichte Wälder

Dem Wanderer zeigen die heute noch gebräuchlichen Namen der Waldabteilungen wie Fuchslohe, Wolfslohe, Nasslohe oder Palmlohe die ursprünglichen Moorstandorte auf. "Die Moore entstanden in hängigem Gelände mit einem Gefälle von ca. 3 bis 8 Prozent, in weitläufigen Quellbereichen und in den Talmulden zahlreicher Bäche". Infolge des Wasserüberschusses wuchsen auf den Mooren im Steinwald nur lichte Wälder mit Krüppelkiefern, niedrigen Fichten, einzelnen Birken und Vogelbeeren. Im Forsteinrichtungswerk für das Revier Pullenreuth von 1852 finden sich die derzeit ältesten Hinweise zur forstwirtschaftlichen Verbesserung der "Lohen". Darin sind auch Regeln für die Entwässerung der Moore enthalten. 1920 wird festgestellt, dass unter anderem die Palmlohe eine wenig erfreuliche Bestockung zeige, die nur durch nachträgliche Entwässerung verbessert werden könne, wussten die Verantwortlichen des Naturparks. Ende des letzten Jahrhunderts rückten die ökologischen Werte der Moore, ihre Bedeutung für den Wasserhaushalt und den Klimaschutz, wieder in den Vordergrund. Im Steinwald begann die Renaturierung der Moore durch eine Wiedervernässung schon ab 1995 und wurde im Staatswald 2005 abgeschlossen.

Grabungssysteme

Mit viel Aufwand schloss man die unzähligen Grabensysteme mit Stauwerken aus Holz und Torf, aufstockende Fichtenbestände wurden behutsam geerntet. Das Wasser verteilte sich wieder auf die Flächen und so war die Grundlage für ein erneutes Wachstum der Moore geschaffen.

Faszination Moor

Eröffnet wird die Ausstellung "Faszination Moor" am Donnerstag um 18 Uhr im Foyer des Fuchsmühler Rathauses. Bis einschließlich 11. April stehen für die Besucher folgende Öffnungszeiten zur Verfügung: Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr. Samstag/Sonntag/Feiertag ist die Ausstellung geschlossen. (bsc)

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