13.02.2018 - 18:32 Uhr
Friedenfels

Betriebsleiter der Abtei Kirschletten versorgt Landwirte mit Tipps zur optimalen Bewirtschaftung Boden ist Chefsache im Bio-Ackerbau

Bodenfruchtbarkeit erhalten, aktives Bodenleben und die optimale Bearbeitung - das sind Themen, mit denen sich jeder Bio-Ackerbauer befassen muss, um im Ökolandbau gute Erträge erwirtschaften zu können. Die Öko-Modellregion Steinwald und der Friedenfelser Landhandel hatten zu einem Vortrag über die Bodenbewirtschaftung eingeladen.

Sehr groß war das Interesse der Landwirte am Thema Boden. Andreas Schwab (stehend) beschäftigt sich seit 20 Jahren damit. Bild: exb
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Über 60 Landwirte aus der Region folgten den Ausführungen von Bioland-Berater Andreas Schwab. Er ist Betriebsleiter der Abtei Maria Frieden in Kirschletten in der Nähe von Bamberg und beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Bodenkunde in Wissenschaft und Praxis. Um das Ertragspotenzial der Böden auszuschöpfen, müsse man sich vielfältige Kenntnisse aneignen, betonte der Referent. So sei es grundsätzlich wichtig, sich mit den verschiedenen Bodentypen seines Betriebs zu beschäftigen.

Podsolige Böden, grob übersetzt mit dem Begriff Ascheböden, seien im Steinwald oftmals anzutreffen. Sie seien sauer und anfällig für Nährstoffauswaschungen. Der ebenfalls häufig vorherrschende Bodentyp Pseudogley neige zu Stauwasser und sei daher schwer zu bearbeiten.

Schwab nahm sich viel Zeit, die regelmäßige sowie vorgeschriebene Bodenuntersuchung zu erläutern. "Bodenuntersuchung ist Chefsache", betonte der Agraringenieur. Er unterstrich damit die Bedeutung eines vitalen Bodens für die ökologische Landwirtschaft und stellte die verschiedenen Möglichkeiten der Analyse-Verfahren und deren Aussagekraft dar.

Die optimale Bodenbearbeitung sei eine weitere wichtige Stellschraube, auf die der Bio-Betrieb besonderen Wert legen sollte. Vor allem Bodenverdichtungen müssten vermieden werden. Da jeder Betrieb andere Voraussetzungen habe und nicht jede Maschine auf jeden Boden passe, müsse der Bio-Landwirt ein gutes Gespür für seine Flächen haben, um die richtige Wahl des Bearbeitungsgerätes zu treffen.

Mit Zwischenfrüchten könnten Nährstoffauswaschungen vermindert und der Humushaushalt im Boden gesteigert werden. "Besser sind Mischungen aus verschiedenen Arten", sagte Schwab, da die Pflanzen auch verschieden tiefe Wurzelräume erschließen würden.

Der Vortrag fand im Rahmen der Bio-Bauernstammtische der Öko-Modellregion Steinwald statt. Aufgrund des großen Interesses wurde eine Fortführung des Themas in Arbeitskreisen besprochen. Der nächste Stammtisch ist Anfang März.

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