03.05.2018 - 13:34 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

"Fee" bekommt Gesellschaft Zweiter Luchs im Steinwald

Luchsdame "Fee" bekommt männliche Gesellschaft. Seit etwa zwei Wochen streift ein Luchs-Kuder durch den Naturpark. Er ist mit einem Senderhalsband ausgestattet. Die ersten empfangenen Signale des "Neuen" lassen die Initiatoren hoffen.

Der Kuder verschwindet im Steinwald im Wald.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

"Vor etwa zwei Wochen ist ein junger männlicher Luchs im Steinwald freigelassen worden", informiert Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg von der Kreisgruppe Tirschenreuth des Bayerischen Jagdverbandes. Das etwa zehn Monate alte Tier war mutterlos im Oktober 2017 im nördlichen Landkreis Regen im Bayerischen Wald aufgegriffen und den Winter über gesund gepflegt und aufgepäppelt worden.

Die Organisatoren hoffen, dass der Kuder dauerhaft im Steinwald bleibt und sich dort ein Weibchen sucht. Im August 2016 ist nämlich bereits ein junges, verwaistes Luchsweibchen dort freigelassen worden, das ebenfalls aus dem Landkreis Regen stammt. Die Luchsdame mit dem Namen "Fee" fühlt sich offensichtlich sehr wohl in der Region. Immer wieder tappt sie in eine der automatischen Kameras. "Ansonsten verhält sie sich sehr unauffällig. Diese Luchsin soll nun einen männlichen Partner bekommen", betont von Gemmingen-Hornberg.

Der Sprecher des Arbeitskreises Luchs in Nordbayern legt dabei Wert auf die Tatsache, dass bis zuletzt geheim gehaltene Vorhaben der Wiederfreilassung des jungen Kuders sowohl mit maßgeblichen Verantwortlichen in der Region als auch mit den zuständigen Behörden besprochen und abgestimmt worden ist. Von Gemmingen-Hornberg: "Die Planung und konkrete Umsetzung einer derartigen Umsiedlung ist mit vielen Unwägbarkeiten in der zeitlichen Abfolge verbunden, deshalb wurde auf eine Vorabinformation der Medien und der Öffentlichkeit verzichtet."

Betäubung, Transport und Wiederfreilassung des Tieres haben nach seinen Angaben gut geklappt. Das leichte Senderhalsband ermöglicht, "Aktivitätsmuster und Raumbewegungen" des Tiers genau zu dokumentieren. "Bislang deutet die regelmäßige Überwachung auf ein ganz normales, luchstypisches Verhalten hin: Den Tag verschläft das Tier in Dickungen oder felsigen Bereichen, in der Dämmerung und nachts ist es auf der Pirsch", verrät der Sprecher des Arbeitskreises Luchs in Nordostbayern.

Luchsweibchen sind nach etwa zwei Jahren geschlechtsreif, Kuder nach drei Jahren. Luchse ernähren sich am liebsten von Rehen, aber auch Hasen, Mäuse, Füchse, kleinere Wildschweine sowie Rotwildkälber stehen auf der Speisekarte. Vor über einem Jahr hatten Unbekannte bereits einmal einen Kuder in der Region ausgesetzt. Er wurde im südlichen Fichtelgebirge auf dem Dach eines Schafstalls entdeckt und eingefangen, weil es sich offensichtlich um keinen Wildfang gehandelt hatte, sondern um einen Luchs, der keine große Scheu vor den Menschen zeigte und damit vielleicht zum "Problemluchs" geworden wäre.

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Weitere Informationen:

www.ak-luchs.de www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/index.htm www.luchsprojekt.de

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