Gourmet-Koch Johann Lemberger schätzt Rotes Höhenvieh
Bio aus dem Steinwald in aller Munde

Johann Lemberger (rechts), Koch und Chef des Restaurants "Altmugler Sonne", dankte beim Bio-Stammtisch der Öko-Modellregion Steinwald für die stets faire Zusammenarbeit. Christof Angetter, Agrar-Betriebsleiter der Friedenfelser Betriebe (links), möchte den Verkauf von Bio-Produkten aus dem Steinwald weiter forcieren. Bild: bsc
Vermischtes
Friedenfels
16.03.2018
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Der Austausch und die Informationen in lockerer Runde kommen an. Bereits zum neunten Mal trafen sich beim Bio-Stammtisch in der "Schlossschänke" Landwirte und Interessierte. Erstmals dabei ein Gastronom, der über seine Erfahrungen mit dem edlen Fleisch des Roten Höhenviehs berichtete.

Die Nachfrage nach Lebensmitteln in Bio-Qualität aus regionaler Erzeugung steigt weiter. Da ist sich der Agrar-Betriebsleiter der Friedenfelser Betriebe, Christof Angetter, sicher. So unterschiedlich die Einstellung und das Engagement der Landwirte auch sein mögen, "am Ende jedoch muss jeder Betrieb wirtschaftlich funktionieren". Die gemeinsame Vermarktung und der Verkauf der Bio-Produkte aus dem Steinwald standen deshalb am Stammtisch im Vordergrund. "Die Öko-Modellregion Steinwald hat dafür urige Regale gebaut, natürlich mit Holz aus dem Steinwald", meinte Angetter schmunzelnd. "In Märkten, in Lebensmittelgeschäften und in Tourismuszentren sollen sie künftig mit unseren Waren bestückt werden." Die Nachfrage dafür sei bereits sehr gut, wusste Angetter und berichtete von Verhandlungen mit Rewe, Edeka und weiteren Einzelhandelsgeschäften. Auch in der "Schlossschänke" wird für Testzwecke ein solches Regal aufgebaut. Ins Boot habe man sich dazu eine professionelle Werbeagentur geholt und Aufträge für Etikettengestaltung, Erstellung einer Homepage mit Produkten, Lieferanten und Rezepten erteilt sowie den Aufbau eines Online-Shops eingeplant, informierte Christof Angetter. Dass dies der richtige Weg sei, habe bereits der Auftritt der Öko-Modellregion Steinwald auf der Biofachmesse in Nürnberg gezeigt. Auf die dort angebotenen regionalen Produkte habe man ein großes und vor allem positives Feedback von den Besuchern der Messe erhalten, so der Agrar-Betriebsleiter. Neben den bis jetzt vorgesehenen Produkten, wie Bio-Zoigl, Bio-Mohnerzeugnisse, Bio-Honig, Bio-Getreide, Mehl, Öle und Gemüseprodukte, sei man aber auf der Suche nach weiteren Erzeugnissen von Landwirten in einem Umkreis von 50 Kilometern.

Ölpresse

"Schmackhaft" machte Angetter den Landwirten, die erst kürzlich angeschaffte Ölpresse der Friedenfelser Betriebe und schilderte den Biobauern mögliche Produkte, aus denen man qualitativ hochwertige Öle herstellen kann. "Gesucht sind regionale Bio-Rohwaren und vor allem sind eure Ideen gefragt", fuhr Angetter fort und bot den Landwirten an: "Wir kaufen Mohn, Raps, Lein, Hanf, Sonnenblumenkerne, Senf und bieten dafür auch Abnahmeverträge." Manch anwesender Landwirt hörte dies gerne und freute sich, dass die Friedenfelser Betriebe Nebenarbeiten, wie die Etikettierung, Werbung und den Vertrieb, übernehmen. Interessenten können sich künftig an ihn oder seine Mitarbeiterin Bettina Goldbach wenden, meinte Christof Angetter abschließend. Nach kleinen Startschwierigkeiten habe sich mittlerweile der Bio-Burger zu einem Verkaufsschlager entwickelt, informierte Günther Erhardt, Projektmitarbeiter der Öko-Modellregion Steinwald. Seit der Einführung im Herbst 2015 hätten sich die Verkaufszahlen alle Jahre verdoppelt. Auch die Nachfrage bei den Verkaufsstellen in den ersten zwei Monaten dieses Jahres sei bereits vielversprechend. Aufbauend auf den Verkaufserfolg des Bio-Burgers wurde im vergangenen Jahr das Fleisch vom Roten Höhenvieh von einem Feinkostmetzger geordert. Günther Erhardt freute sich, dass dieser sowie weitere neun Abnehmer mittlerweile zu den festen Kunden der Öko-Modellregion Steinwald zählen. Stabil seien dadurch die Schlachtzahlen von einem Tier pro Woche. Groß im Geschäft sei die Öko-Modellregion Steinwald zudem, wie Günther Erhardt weiter informierte, mit Angeboten von Kochkursen, Exkursionen, Besichtigungen und Freizeitangeboten.

Leicht marmoriert

Besonders freute den Projektmitarbeiter die unerwartete Anwesenheit von Johann Lemberger, Koch und Besitzer des Restaurants "Altmugler Sonne", beim Bio-Stammtisch. Erstmals bekamen dadurch die Erzeuger direkte Informationen von den Abnehmern ihrer Rinderrasse Rotes Höhenvieh. Lemberger lobte das Engagement der Öko-Modellregion Steinwald und die Bemühungen um das Rote Höhenvieh, "das als Passagier in die Arche des Geschmacks aufgenommen wurde". Das Projekt der Slow-Food-Stiftung für Biodiversität schütze weltweit über 3500 Nutztiere vor dem Vergessen. Das feinfaserige, leicht marmorierte, schmackhafte Fleisch werde in seinem Restaurant besonders geschätzt, so der Koch. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Öko-Modellregion.
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