Lichtblick nach Tiefpunkt

Friedenfels am Südhang des hohen Steinwalds lockt mit exzellenten Wohnlagen mit viel Sonne und bester Aussicht. Trotzdem sind aus fast jedem zweiten Haus Kinder und Enkel der Familien abgewandert. Bild: roh
Vermischtes
Friedenfels
03.01.2017
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Statistiken trügen, besonders dann wenn sie nur einen kleinen Ausschnitt abbilden. Und so wundert es nicht, dass die Freude über die Geburtenzahl in Friedenfels eher verhalten ausfällt. Und das, obwohl vergangenes Jahr im Vergleich zu 2015 fünf Mal so viele Kinder auf die Welt kamen.

Betrachtet man 2016 im Spiegel der Zahlen, so fallen gegenüber 2015 erhebliche Veränderungen im Ort auf. Natürlich sind Schwankungen normal: Mal geht es mit den Geburtenzahlen runter, mal mit den Sterbefällen rauf. Der kontinuierliche Einwohnerverlust, besonders durch junge Friedenfelser, die wegen des Berufs in Ballungszentren wegzogen, und das über Jahre hinweg, fällt auf, überrascht aber nicht wirklich.

Für die demografische Entwicklung von besonderer Bedeutung ist die Geburtenzahl. Hier die Entwicklung: Dass die Geburtenzahl von 14 im Jahre 2013 um 5 auf 9 im Jahr 2014 (zwei Jungen und sieben Mädchen) sank, war und ist bedauerlich. Doch man glaubte es kaum, noch schlimmer kam es 2015 mit dem absoluten Tiefpunkt: In den zwölf Monaten ist nur eine Geburt (ein Junge) im Register der Gemeinde Friedenfels vermerkt. Der Anstieg auf fünf Geburten im vergangenen Jahr liest sich daher erfreulich, auch wenn kein Spitzenwert erreicht wird. Die jüngste Geburtenrate unterschreitet immer noch den Durchschnitt der zurückliegenden 15 Jahre. Dieser dünn "besetzte" Jahrgang wird die bekannten Schwierigkeiten bei der Bildung einer Kombiklasse in der Grundschule nicht verringern. Eng gekoppelt ist die Einwohnerzahl in Friedenfels an die Sterbefälle. Bedauerlicherweise mussten die Gemeindebürger vergangenes Jahr neun Männer und vier Frauen zur letzten Ruhe geleiten. Das waren drei Todesfälle weniger als im Jahr 2015.

102 Nebenwohnsitze

"Geburtenüberschüsse" bejubeln, das sind freudige Ausnahmen und war nur in den Jahren 2003 und 2007 der Fall. Es bleibt schwer, die Einwohnerzahlen, die oft die Grundlage für staatliche Förderungen sind, zu stabilisieren. Trotzdem ist von Einwohnerverlusten ausnahmsweise nicht die Rede - von Zuwächsen, die nur mit qualifizierten Arbeitsplätzen erzielt werden könnten, aber auch nicht. Der Gesamtstand ist nach Verlusten im Jahr 2014 (19 Einwohner) im folgenden Jahr um 6 auf 1366 Bürger angewachsen. Exakt diese Zahl steht auch am Ende des Jahres 2016 im Melderegister der Gemeinde Friedenfels. Beim Einwohnermeldeamt sind mit Hauptwohnsitz aber nur 1264 Friedenfelser eingetragen. 102 (minus 2) Einwohner haben in Friedenfels einen Nebenwohnsitz.

Mit acht Trauungen (plus vier) vor der gemeindlichen Standesbeamtin wurde wieder ein beachtliches Niveau erreicht. 1998 dagegen bleibt mit ungewöhnlichen elf Eheschließungen bei einem langjährigen Durchschnitt von 5,9 als heiratsfreudigstes Jahr in Erinnerung. Ein weiterer Blick in die Statistiken offenbart: Die Bautätigkeit pendelt sich mit sieben Bauanträgen und vier Bauvoranfragen auf niedrigem Niveau ein. Kein Bewerber profitierte vom Genehmigungsfreistellungsverfahren.

Meist einstimmig

Mit den folgenden Zahlen können sich die Bürger ein Bild von der Arbeit des Gemeinderates machen: Nicht in jedem Monat trat der Gemeinderat in der Steinwaldhalle zusammen. Die Sitzungen summieren sich auf elf. Es wurden 108 Tagesordnungspunkte beraten, davon 70 (minus acht) öffentlich. Bei 38 Tagesordnungspunkten (Vorjahr: 32) war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Das Gremium fasste 128 Beschlüsse (18 weniger als 2015). 113 Entscheidungen waren einstimmig. Drei Anträge wurden abgelehnt. Noch zu erwähnen ist eine Zusammenkunft der Gemeinderäte aller Steinwald-Allianz-Kommunen.
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