12.05.2017 - 20:00 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Meister Adebar in die Freiheit entlassen Störche sollen heimisch werden

Jetzt heißt es Daumen drücken. Naturschützer haben drei Jungstörche bei Friedenfels in die Freiheit entlassen, in der Hoffnung, dass sie sich hier ansiedeln. Einer davon hat schon für mächtig Schlagzeilen gesorgt.

von Bernhard SchultesProfil

(bsc) Seit einigen Jahren versuchen Friedenfelser Storchenfreunde schon, Meister Adebar eine Heimat zu geben. Diesem Ziel sind in dieser Woche der zweite Vorsitzende des Vereins Kulturlandschaft Südlicher Steinwald, Robert Mertl, und Freiherr Eberhard von Gemmingen Hornberg ein großes Stück näher gekommen. In Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) haben sie hinter dem Frauenreuther Weiher drei Jungtiere in die Freiheit entlassen.

Hoffnung ist groß

Der Optimismus, dass Störche demnächst in Friedenfels nisten, kommt nicht von ungefähr. LBV-Bezirksgeschäftsführer Dr. Philipp Wagner aus Bayreuth: "95 Prozent der Störche kehren im darauffolgenden Jahr an den Ort zurück, wo sie zum ersten Mal am Himmel ihre Runden drehten und in die Freiheit entlassen wurden." Eine große Gefahr sei jedoch der erste Flug nach Afrika und zurück aus dem Winterquartier.

Dr. Wagner und der Vorsitzende des LBV, Dr. Norbert Schäffer, lobten bei der Aktion die Bemühungen der beiden Friedenfelser Storchenfreunde. Das Umfeld mit feuchten Wiesen, Weihern und Bächen würde nämlich als Nistplatz für den Weißstorch absolut passen, meinten die beiden Experten. An was bislang die Bemühungen scheiterten, konnten die beiden Fachleute auch nicht sagen.

Bereits im Jahr 2000 ist eine Horstunterlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der Güterverwaltung Friedenfels errichtet worden. Störche wurden zwar immer wieder mal gesichtet, ließen sich aber nur zu einer kurzen Rast auf dem nahe gelegenen Kamin der Schlossbrauerei nieder. Da dieser Kamin seit einigen Jahren nur mehr sporadisch betrieben wird, wurde im vergangenen Jahr dort, auf dem höchsten Punkt mitten im Ort in 30 Metern Höhe, ein stabiles Nest angebracht.

Die drei in die Freiheit entlassenen Weißstörche hatte Bezirksgeschäftsführer Dr. Wagner und sein Team vom Lindenhof von der Außenstelle des Nürnberger Tiergartens in Schwaig übernommen und aufgepäppelt. Alle drei waren im aus ihren Nestern gefallen und wären ohne die Hilfe der Auffangstation nicht mehr am Leben.

Einer der Friedenfelser Weißstörche trägt den Namen "13/16" und ist trotz jugendlichen Alters fast schon berühmt. Im Sommer berichteten Zeitungen und Fernsehen deutschlandweit über den jungen Storch, weil er aus seinem Horst auf einer Apotheke in Herzogenaurach gefallen war und es nicht mehr zurück in sein Nest schaffte. Nachdem sich die Altvögel nicht mehr um ihn kümmerten, unternahm der nur leicht verletzte Jungvogel die ersten Erkundungen und Spaziergänge auf der Straße und dem Vorplatz der Apotheke. Dann marschierte er schnurstracks durch die offene Tür in die Apotheke und sorgte so für großes Aufsehen. Das Jungtier war im letzten Jahr der 13. Storch, der in die Auffangstation gebracht worden war und erhielt deswegen den Namen "13/16". Mittlerweile ist er zu einem kräftigen Vogel herangewachsen.

Dem jungen Weißstorch sowie seinen beiden Artgenossen schien es nach der Freilassung in Friedenfels zu gefallen. Lange Zeit kreisten sie über den Wiesen am Frauenreuther Weiher sowie der Köhlerlohe und ließen sich dann zur besonderen Freude der drei Männer in rund 300 Metern Entfernung nieder. Stundenlang konnten die Vogelkundler sie dort bei der Nahrungssuche beobachten.

Weitere Biotope

Damit die Ansiedelung gelingt, wurden bereits etliche Maßnahmen eingeleitet. Neben den bereits vorhandenen Nahrungsquellen errichtet Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg im Herbst noch weitere Biotope in günstiger Entfernung zum Horst.

Die Verantwortlichen vom Landesbund für Vogelschutz hörten dies gerne und lobten die bereits erfolgte Umstellung vieler Wiesen und Ackerflächen rund um Friedenfels auf Biolandwirtschaft. Dies seien ideale Voraussetzungen für den Storch.

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