21.03.2018 - 20:00 Uhr
Friedenfels

Missionskreuz strahlt wie neu

Ein besonderer Blickfang ist das wieder errichtete Missionskreuz an der frisch restaurierten Pfarrkirche. Schon kurz nach dem Aufstellen durch freiwillige Helfer bestaunen viele Spaziergänger und Pfarrangehörige das auffällige Kunstwerk.

Helmut Schaumberger (links), Mitglied der Kirchenverwaltung, dankte (von rechts) Erwin Bächer, Bernhard Schaumberger, Bernhard Schmidt, Walter Etterer und Johann Gärtner für die tatkräftige Unterstützung bei der Befestigung des Kreuzes an der Kirchenmauer. Besonderen Dank richtete er an Walter Konhäuser (vorne) für die Arbeiten mit Farbe und Pinsel. Bild: bsc
von Bernhard SchultesProfil

Die spärlich vorhandenen Aufzeichnungen belegen den Bau des über drei Zentner schweren Missions-Holzkreuzes durch die Gebrüder Stoiber aus Landau im Jahr 1912. Am 29. Dezember wurde das Kreuz geweiht und war anschließend fast 50 Jahre an der Kirche, rechts neben dem Haupteingang, angebracht. Anfang der 1960er-Jahre folgte der Bau eines zweiten Treppenaufgangs zur Empore. Das Kreuz wurde deshalb abmontiert und an der Längsseite der Kirche, seinem heutigen Standort, angebracht.

Ob und wann es instandgesetzt wurde, ist nicht überliefert. Die beiden jüngsten und besonders intensiven Auffrischungen jedoch sind einem Friedenfelser Bürger zu verdanken. Walter Konhäuser, bekannt für großes ehrenamtliches Engagement, fiel bei einem Spaziergang im Herbst 2017 der schlechte Zustand des Kreuzes und besonders des Christus-Korpus auf. Kaum zu Hause griff er zum Telefon und bot Helmut Schaumberger eine kostenlose Instandsetzung an. Das Mitglied der Kirchenverwaltung freute sich und übernahm umgehend die Organisation von der Genehmigung des Pfarramtes bis zur Helferbeschaffung für den Abbau des Kreuzes und den Transport zu Walter Konhäuser.

Über sechs Wochen werkelte der frühere Malermeister in seiner Werkstatt. Der rüstige Rentner investierte weit über 40 Stunden, um den von der Auflösung bedrohten Korpus wieder instand zu setzen. Viele Risse mussten verschlossen und versiegelt werden. Finger, Füße und Dornenkrone waren besonders stark betroffen und fehlten teilweise. Auch die drei großen Rosetten, die als Verzierung neben den Händen und an der Spitze des Kreuzes angebracht waren, wiesen große Schäden auf.

Nachdem Konhäuser ein Verschluss mit Spachtelmasse und Holzkitt gelungen war, behandelte er den Korpus mit verschiedenen Grundierungen und brachte fünf Schichten Farbe auf. Besonderes Augenmerk legte Walter Konhäuser auf das Schild über dem Kreuz und den Fußsockel. Die Initialen "INRI" hob der Malermeister mit echtem Blattgold hervor. Das Blechdach behandelte der Rentner mit einem Speziallack für Kupfer, nachdem er Grünspan und Rostansätze entfernt hatte. Besonders freute sich Walter Konhäuser, als er seine Initialen und das Datum seiner ersten Renovierung auf dem Rücken der Christusfigur entdeckte: Mit "18.02.1988, Walter Konhäuser" war der Rücken signiert. "Dass ich das Kreuz schon mal restauriert hatte, wusste ich, aber die genaue Jahreszahl konnte ich nicht mehr sagen. Wenn Gott will, wird dies auch nicht meine letzte ehrenamtliche Arbeit gewesen sein."

Helmut Schaumberger dankte bei der Aufstellung des Kreuzes Walter Konhäuser für sein Engagement und würdigte auch die weiteren Helfer, die mit viel Umsicht, Muskelkraft und den Werkzeugen und Fuhrpark von Erwin Bächer und Thomas Haubner zur Instandsetzung beigetragen hatten. Noch am Kirchplatz bekamen Erwin Bächer, Walter Etterer, Johann Gärtner, Bernhard Kellner, Bernhard Schaumberger und Bernhard Schmidt ein herzliches "Vergelt's Gott" zu hören. Helmut Schaumberger wünschte, dass sich viele Menschen beim renovierten Missionskreuz an das Wesentliche des christlichen Glaubens erinnern.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp