Pfarrer Klaus Haußmann referiert beim Frühlingsfest der Seniorenvereinigung
Uralte Osterbräuche und ihre Bedeutung

Mit einem Geschenkkorb bedankte sich Vorsitzender Erwin Bächer im Namen der Seniorenvereinigung unter dem Beifall der vielen Zuhörer bei Pfarrer Klaus Haußmann (rechts). Bild: roh
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Friedenfels
28.03.2018
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Es war ein Wiedersehen alter Bekannter. Die Mitglieder der Seniorenvereinigung begrüßten beim Frühlingsfest im Gasthaus "Mühlbachtal" in Frauenreuth Pfarrer Klaus Haußmann, früher Seelsorger in Friedenfels, der aus seiner jetzigen Pfarrei Ammerthal angereist war. "Er sagte sofort zu, als ich ihn anrief", informierte Vorsitzender Erwin Bächer in seinen herzlich gehaltenen Begrüßungsworten, was mit viel Beifall quittiert wurde.

"Ich freue mich über den außergewöhnlich guten Besuch", so Bächer in der mit handgeschnitzten Figuren des Künstlers Christoph Daubner geschmückten Gaststube. Aromatischer Kaffee, Torten und Kuchen vertrieben die letzten Gedanken an den Winter. Letzte Zweifel beseitigten Hedwig Wendl, Kassier Theo Höfer und Helfer mit einer großen Anzahl von Frühlingsgrüßen, prächtig blühende Primeln, die sie als Geschenk unter den Besuchern verteilten. Nicht fehlen durften Glückwünsche für die im März Geborenen. "Viel Gesundheit und Gottes Segen!" Beste Unterhaltung boten alte Bauernregeln, die früher als verlässlich gegolten hätten: Wie das Wetter am Frühlingsanfang, so ist es den ganzen Sommer lang. Ist es an Josefi klar, wird ein gutes fruchtbares Jahr. Soll das Korn üppig stehn, so soll man es an St. Benedikt säen.

Von außergewöhnlichem Wissen geprägt war der Vortrag von Klaus Haußmann. An Hand der Liturgie der Karwoche zeichnete er den Ursprung aller Bräuche und Begriffe von Gründonnerstag bis Ostermontag (Emmaus) nach. Viele kämen im Neuen Testament nicht vor. Trotzdem gehörten sie untrennbar zum Osterfest. Für unsere Osterbräuche gebe es laut Pfarrer Klaus Haußmann zwei Quellen: die vorchristlichen germanischen Glaubenskulte und die christlichen Überlieferungen. Die germanischen Glaubenswelten prägten Naturereignisse mit mythologischer Bedeutung. Viele uralte Bräuche wurden beibehalten und nur im christlichen Sinn neu gedeutet, gab Haußmann zu bedenken.

Mit dem Gründonnerstag (Namensgebung umstritten) verbunden seien Grüne Suppe, Grüne Eier, Fußwaschung und Ölbergwache. Den Kreuzweg für den Karfreitag hätten Kreuzritter mitgebracht, wobei der Widerstand der Germanen beträchtlich gewesen sei. Haußmann erläuterte, dass die Kreuzigung damals der widerlichste Tod (zwei Tage Kampf) gewesen sei. Nach der "Grabesruhe" folgt die freudige Osterfeier. Die Auferstehung sei das höchste christliche Fest. "Früher wurden nur in dieser Nacht Gläubige getauft."

Deshalb sei das sehr alte Osterfeuer, die lodernden Flammen als schöpferische Urgewalt Gottes, in das Fest stark eingebunden. Es symbolisiere die Sehnsucht der Menschen nach Licht, besiege die Nacht des ewigen Todes. Auf die heidnische Lebensgöttin Freia gehe vermutlich das Brauchtum um Osterhase und Ostereier zurück - beides Fruchtbarkeitssymbole. Die Osterkerze zünde man für Christus an, den Gott von Anfang bis Ende, was die stilisierten Buchstaben Alpha und Omega aussagen. Ferner sprach Klaus Haußmann die Themen Osterbrunnen, Speisenweihe, Ostergebäck an. "Arbeiten Sie mit mir, diese schöne, reiche Glaubenskultur zu erhalten", bat der Geistliche zum Schluss und wünschte gesegnete Kartage.

Bevor sich die Gäste des Frühlingsfestes auf den Heimweg machten, lud Vorsitzender Erwin Bächer noch zum nächsten Treffen am 4. April nach Muckenthal ein.
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