Pubertät eine Herausforderung, die es zu meistern gilt
Manchmal hilft auch Ignorieren

Reiner Gärtner (rechts) und Helmut Schaumberger (links) dankten unter großem Applaus und im Namen der Besucher dem Religionspädagogen Sebastian Wurmdobler (Mitte) für den Vortrag. Bild: bsc
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Friedenfels
06.10.2017
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Alle Eltern stehen irgendwann vor der gleichen Herausforderung: Ihr Kind kommt in die Pubertät und ist oft nicht wiederzuerkennen. Wie das am besten gemeistert werden kann und in der Familie überstanden wird, erläutert Religionspädagoge Sebastian Wurmdobler in einem Vortrag bei der Kolpingsfamilie.

Der Vorsitzende des Kolping-Ortsvereins, Reiner Gärtner, freute sich zu Beginn des Vortragsabends im Vereinslokal "Goldener Engel" über den guten Besuch. Wurmdobler, Referent des Kolping-Erwachsenenbildungswerks Regensburg, präsentierte in einer interessanten Bilder- und Informationsshow die seelischen und körperlichen Veränderungen der Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

"Impulsiv, irrational, risikobereit und geneigt, Regeln zu ignorieren - das Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Pubertät treibt Eltern gelegentlich in die Verzweiflung, wusste der Referent und fuhr fort: "Jugendliche schenken Vorschriften und sogar Gesetzen in dieser Zeit keinerlei Beachtung, häufig nur um völlig sinnlose und bisweilen gefährliche Dinge zu tun. Auch zeigen sie oft eine auffällige Neigung, mit Alkohol und anderen Drogen zu experimentieren." Gerade bei Jungen falle eine erhöhte Risikobereitschaft auf.

"Doch der Nachwuchs kann gar nichts dafür", meinte der Referent und sagte: "Vielleicht fällt es leichter, damit umzugehen, wenn man sich Folgendes klar macht: Die Entwicklung des Gehirns erinnert während der Pubertät an eine Großbaustelle. Einzelne Teile müssen erst ihre richtige Form entwickeln, bevor sie sich in das Bauwerk einfügen. Und das geschieht nicht in gleichmäßigem Tempo. Die einzelnen Bauabschnitte werden unterschiedlich schnell mit der Umgestaltung fertig." Wissenschaftlich sei der Umbauprozess noch nicht bis ins letzte Detail geklärt, wusste Sebastian Wurmdobler.

Abhilfe bei sich anbahnenden Konflikten beziehungsweise drohender Eskalation könne die "IRIS-Strategie" bewirken, meinte der Referent weiter und stellte den interessierten Besuchern die Schritte "I" für Innehalten, "R" wie Respektieren, "I" wie Ignorieren und "S" wie selbst handeln ausführlich vor. Geschätzt vom Publikum wurde am Vortragsabend die rege Diskussion und Beantwortung von zahlreichen Fragen der anwesenden Eltern durch den erfahrenen Referenten. Mitgebracht hatte Sebastian Wurmdobler auch Informationsbroschüren, die an die Besucher kostenlos verteilt wurden.
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