Renovierung der Pfarrkirche Maria Immaculata voll im Zeitplan
Spezialisten steigen der Kirche aufs Dach

Über 32 000 neue Ziegel verlegen die Dachdecker auf den beiden Dachhälften des Friedenfelser Gotteshauses. Bild: bsc
Vermischtes
Friedenfels
18.08.2017
95
0
 
Hoch hinauf geht es für die Mitglieder der Kirchenverwaltung bei der Besichtigung der Sanierungsarbeiten an der Friedenfelser Pfarrkirche "Maria Immaculata". Pfarrer Joseph (oben links) sprach mit Architekt Peter Schraml (unten, Zweiter von links), Bernhard Schmidt, Armin Seidel, Wolfgang Schraml und Helmut Schaumberger (unten von links) über die bereits durchgeführten Arbeiten. Bild: bsc

Die Renovierung der katholischen Pfarrkirche "Maria Immaculata" macht es nötig. Die Besprechung findet in schwindelerregender Höhe statt. Netter Nebeneffekt: Die Mitglieder der Kirchenverwaltung mit Pfarrer Joseph an der Spitze können dabei weit über die Dächer von Friedenfels blicken.

Auf dem fest verankerten Baugerüst, das derzeit sogar die Kirchturmspitze überragt, machen sich die Verantwortlichen der Sanierung ein Bild über den Baufortschritt und die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten am Gotteshaus. Das Erfreuliche: "Bis jetzt verlief alles wie erwartet. Wir sind im Zeitplan", weiß Architekt Peter Schraml. Eine kurze Verzögerung könnte aber die Instandsetzung der Kirchturmspitze mit sich bringen. Beim Rückbau und Entfernen der 1937 angebrachten Blecheindeckung stellte man nämlich fest, dass Balken und Teile der Konstruktion teilweise morsch und angefault waren. Die Vermutung: Aus Kostengründen war auf eine zweite Schutzhaut, wie zum Beispiel Dachpappe, verzichtet worden. Auf Balken und Konstruktion waren zur damaligen Zeit meist nur Bretterschalungen angebracht worden - und darauf direkt die jeweilige Außenhaut, am Friedenfelser Kirchturm war dies das Blech. Schwitz- und Kondenswasser hätten deshalb den Schaden verursacht, mutmaßen nun die Fachleute. Ein Austausch der defekten Balken und der Konstruktionsteile durch eine Zimmerei wird deshalb zeitnah erfolgen und wurde bereits mit den Fachstellen abgesprochen. Die angedachte Fertigstellung und den Abschluss der Sanierungsarbeiten am Gotteshaus bis November hält Peter Schraml aber trotzdem für machbar. Dass die Sanierung der Pfarrkirche nach intensiver dreijähriger Planung und Vorbereitung bis jetzt gut vorankommt, freut Pfarrer Joseph und die Mitglieder der Kirchenverwaltung, die bei der Besichtigung der einzelnen Bauabschnitte dafür danken. Nach der Instandsetzung der Dachkonstruktion, einzelne Dachbalken sowie Holzteile im Kircheninnenraum waren von Schädlingen befallen, wurden eine Holzschutzbehandlung durchgeführt, neue Balken eingebaut sowie eine Schalung mit Abdichtung und Lattung aufgebracht. Die zwei Dachhälften wurden mit über 32 000 neuen Dachziegeln gedeckt und gegen Sturm und Wind geklammert. Auch die Schneefanghalterungen wurden aufgesetzt, Dachfenster eingebaut und 102 Meter Dachrinnen montiert. Ein Großteil der alten Fallrohre konnte wieder verwendet werden.

Abdriften gestoppt

Im vollen Gang sind derzeit die Arbeiten am Kirchenturm. Der im Vorfeld vom Statiker festgestellten "Auswanderung des Kirchturms" auf die südwestliche Seite wurde Einhalt geboten und ein weiteres Abdriften verhindert. Dazu wurden 80 Millimeter große Löcher in das Mauerwerk gebohrt und massive Eisenstangen eingebracht. Diese wurden miteinander verspannt und abschließend verpresst. Aufgrund des im Vorfeld bekannten Schadensbildes wurde eine umfassende Instandsetzung nötig, darüber sind sich bei der Besichtigung alle Mitglieder der Kirchenverwaltung einig. Dauerhafte Qualität der Arbeiten habe diesmal Vorrang. Die Mitglieder der Kirchenverwaltung loben deshalb beim Klettern durch die verschiedenen Ebenen des Baugerüsts das handwerkliche Können der Firmen. Die Vorgaben seien mustergültig umgesetzt worden.

In den nächsten Arbeitsschritten geht es nun an die Fassadenarbeiten und die Reinigung der Granitplatten am Sockel der Kirche, informiert Architekt Peter Schraml. Die bestehende Fassadengestaltung stammt aus dem Jahre 1986. Der Farbanstrich war mittlerweile wetterbedingt stark ausgebleicht. Die gesamte Putzfläche hatte Risse in unterschiedlichen Breiten und Tiefen. Im Bereich des Emporenaufgangs an der Westseite, errichtet 1938, war der Putz derart beschädigt, dass hier die Putzflächen komplett neu aufgebaut werden mussten. Dies traf auch auf den Sockelbereich des Emporenaufgangs an der Ostseite, der im Jahr 1968 geschaffen wurde, zu.

Auf Spenden angewiesen

Sämtliche Bauabschnitte wurden bis jetzt eng mit den Fachstellen und dem Denkmalschutz abgesprochen. Sie sowie Pfarrer Joseph und die Mitglieder der Kirchenverwaltung hatten dabei nur ein Ziel: "Mit der Sanierung soll die Friedenfelser Pfarrkirche wieder ins rechte Licht gerückt werden und Zentrum im katholischen Pfarreileben sein." Vollen Einsatz erfordert weiterhin die Finanzierung. Von den knapp 700 000 Euro Gesamtkosten werden nach Aussage der Kirchenverwaltung von der Diözese Regensburg 45 Prozent übernommen. Die restlichen Mittel muss die Kirchenstiftung aufbringen. Deshalb ist Pfarrer Joseph auf Spenden der Pfarrgemeinde angewiesen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.