Seniorenbeauftragte informieren sich über die Themen Asyl und Integration
Passende Wohnungen Mangelware

Kreisseniorenbeauftragter Ludwig Spreitzer (Zweiter von links) dankte Bürgermeister Gottfried Härtl (links), dem Friedenfelser Seniorenbeauftragten Erwin Bächer und Irene Wenning (von rechts) von der Gemeinde Friedenfels für die Ausrichtung des Treffens der Seniorenbeauftragten im Landkreis Tirschenreuth. Regina Kestel (Mitte) vom Landratsamt Tirschenreuth, Hilke Janssen (Dritte von rechts) vom Jobcenter Tirschenreuth sowie Mahmoud Karao (Dritter von links) referierten zur Flucht- und Asylsituation. Bild:
Vermischtes
Friedenfels
01.03.2018
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Wie viele Ausländer und Asylbewerber leben im Landkreis? Nicht nur darauf erhalten die Seniorenbeauftragten Antwort. Sie hören bei ihrem Treffen auch einem Syrer zu, der von seiner Flucht berichtet.

Kreisseniorenbeauftragter Ludwig Spreitzer freute sich bei der Eröffnung über den großartigen Besuch. Bevor jedoch Regina Kestel vom Landratsamt Tirschenreuth und Hilke Janssen vom Jobcenter Tirschenreuth referierten sowie Mahmoud Karao über seine abenteuerliche Flucht aus Syrien sprach, dankte Ludwig Spreitzer dem Gastgeber. Bürgermeister Gottfried stellte die Steinwaldgemeinde Friedenfels mit ihren Einrichtungen vor und freute sich, mit Erwin Bächer einen besonders engagierten Seniorenbeauftragten im Ort zu haben. Erwin Bächer gab einen kurzen Einblick ins Programm für die ältere Generation im Erholungsort.

Laut Regina Kestel vom Landratsamt Tirschenreuth leben derzeit 3279 Ausländer im Landkreis. Das seien 4,4 Prozent der Bevölkerung, so die Oberregierungsrätin. "Sie kommen aus 96 Staaten." Genaue Zahlen präsentierte sie auch zur Asylsituation: "Derzeit sind 414 Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge in 34 dezentralen und 4 Gemeinschaftsunterkünften bei uns untergebracht. Dazu kommen noch 24 Kontingentflüchtlinge in Fuchsmühl und 9 unbegleitete Jugendliche, die in Immenreuth wohnen." Sobald die Asylbewerber als Flüchtlinge anerkannt seien, müssten sie aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen "und benötigen eigenen Wohnraum".

Immer problematischer

So lange sie aber keine Wohnung fänden, können sie als sogenannte Fehlbeleger in den Unterkünften bleiben. "Hier beginnt das Problem. Es wird nämlich immer schwieriger, Wohnungen für die anerkannten Flüchtlinge zu finden. Wohnungen die geeignet und vermietbar sind, sind fast alle schon belegt." Relativ gering sei bis jetzt der Familiennachzug (57). Hilke Janssen vom Jobcenter Tirschenreuth betreut derzeit 335 Menschen mit Fluchthintergrund. Wichtig sei für eine Integration das Erlernen der deutschen Sprache. "Wir können nämlich erst jemand vermitteln, wenn er der deutschen Sprache mächtig ist." Das gelang vergangenes Jahr 47 Mal. Zuversichtlich stimmte Hilke Janssen auch, dass in diesem Jahr bereits sieben Menschen mit Flüchtlingshintergrund eine Ausbildung begonnen haben. Neben fehlenden Sprachkenntnissen ist für das Jobcenter die oft fehlende Qualifikation der Flüchtlinge eine weitere Herausforderung. In vielen Ländern, aus denen die Flüchtlinge stammen, gebe es zum Beispiel keinen Gesellenbrief, wusste Hilke Janssen. Aus erster Hand erfuhren die Seniorenbeauftragten von den Ängsten und Anstrengungen bei einer 18-tägigen Flucht von Syrien nach Deutschland. Mahmoud Karao, der von seinen Freunden nur Aram gerufen wird, erzählte von vielen Beschwerlichkeiten auf dem Fluchtweg von seiner Heimat über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland.
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