23.10.2017 - 15:32 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Steinwald-Allianz und Friedenfelser Landhandel unterstützen Mohnanbau in der Region Gefragt und köstlich

Anfangs etwas belächelt, hat sich der Bio-Mohn-Anbau im Steinwald mittlerweile etabliert. Die Nachfrage ist hervorragend. Bei der Verarbeitung setzt die Steinwald-Allianz auf einen leistungsfähigen Partner.

Die Mohn-Reinigungsmaschine läuft. Vorgestellt wurde sie von Martin Schmid, Elisabeth Waldeck (beide Steinwald-Allianz), Bio-Bauer Josef Schmidt, Bettina Goldbach, Christof Angetter (beide Friedenfelser Landhandel), den Bäckern Eberhard Söllner und Tobias Göhl sowie Landwirt Martin Busch (von links). Bild: wro
von Werner RoblProfil

Vor rund fünf Jahren kam Bio-Landwirt Josef Schmidt auf die Idee, auf den Höhen des Steinwaldes Mohn anzubauen. Der Bauer von der Friedenfelser Bärnhöhe leistete damit Pionierarbeit. Das Interesse der Abnehmer sei groß, erzählt er bei der Präsentation der vor kurzem in Betrieb genommenen Mohn-Reinigungsanlage unweit des Dorfladens. Ein Projekt, bei dem Friedenfelser Landhandel und Steinwald-Allianz eng zusammenarbeiten. Als zentrale Stelle sammelt und bereitet die Güterverwaltung (mit dem angeschlossenen Bio-Lagerhaus) den gesamten bayerischen Bio-Mohn auf.

Auch im Steinwald seien die ersten Endprodukte verkostbar, informiert die Projektmanagerin der Öko-Modellregion Steinwald, Elisabeth Waldeck. "Seit Beginn der Öko-Modellregion, von der es bayernweit inzwischen zwölf gibt, ist der Mohn eines der zentralen Themen unserer Arbeit", fügt die Sprecherin hinzu. Schon bei der Bewerbung als Modellregion wurde der Mohnanbau als eine Chance für die biologische Landwirtschaft angesehen. Mit seinen eher ertragsschwachen Böden ist der Steinwald kaum konkurrenzfähig, was die herkömmlichen Ertragsfrüchte anbelangt. Deshalb war Mohn-Pionier Josef Schmidt schon immer auf der Suche nach einer alternativen Kultur für seine kargen Äcker. "Da er sehr gerne Mohn-Kuchen isst, hat er es mit der Pflanze einfach mal auf einer kleinen Fläche probiert", lacht Waldeck und ergänzt: Inzwischen seien auch andere Bio-Bauern vom Virus Mohn infiziert, beispielsweise Martin Busch aus Eisersdorf bei Kemnath.

Auf rund 18 Hektar

Von ursprünglich wenigen Tagwerk Bio-Mohn auf Schmidts Ackerflächen an der Grenzmühle hat sich der Anbau Jahr für Jahr ausgeweitet. Die Steinwald-Allianz informiert: In diesem Jahr ist die Pflanze auf insgesamt rund 18 Hektar (10 Bio-Landwirte) allein in Bayern "heimisch" geworden. Hier in der Region kann sie nicht nur auf den Flächen von Schmidt und Busch, sondern auch auf den Böden der Güterverwaltung bewundert werden. Doch die Kultur sei nicht ganz ohne: Der Anbau müsse genehmigt werden. Erlaubt seien nur morphinfreie Sorten. Das nächste Problem liege in der Saat. Damit müsse man sehr sorgfältig umgehen. "Die Körner sind klein und leicht", schildert Bio-Landwirt Josef Schmidt die Problematik. Die Druschreife erkennt er am Raschelgeräusch der Kapseln. "Dann muss es schnell gehen." Der Mohn muss rasch geerntet, danach sofort gereinigt werden, um lagerfähig zu bleiben.

Dafür haben sich die Friedenfelser Betriebe eine spezielle Mohn-Reinigungsmaschine angeschafft, informiert Martin Schmid von der Steinwald-Allianz, die das Projekt mit unterstützt. "Einzigartig ist, dass damit eine fast 99-prozentige Backqualität-Sortierung erreicht wird", bestätigt Betriebsleiter Christof Angetter. Begeistert von der Qualität zeigt sich auch Bäckermeister Eberhard Söllner aus Ebnath, der bei der Präsentation mit Schwiegersohn Tobias Göhl dabei ist. In seiner Backstube verwendet der Ebnather gerne regionale Lebensmittel. "Falls ich sie bekomme", fügt er hinzu. Er setzt Steinwälder Bio-Mohn ein. "Dafür zahle ich gerne auch einen höheren Preis", sagt Söllner, der einige Kostproben aus seiner Backstube mitgebracht hat.

Projekt wächst

Die Nachfrage sei groß. Daher haben die bisherigen Anbauer Josef Schmidt, Martin Busch und die Friedenfelser Betriebe signalisiert, dass sie auch im kommenden Jahr wieder dabei sind. Weitere Landwirte können sich gerne anschließen. Öko-Modellregion-Projektmanagerin Elisabeth Waldeck steht für Fragen und Infos zur Verfügung, Telefon 09682/182219-15, E-Mail elisabeth.waldeck[at]steinwald-allianz[dot]de.

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